HDI Berater - Ausgabe 18

04 Mittelstand Polykrise meistern und Transformation gestalten 17 Risikomanagement Globale NatCat-Risiken mit HDI ARGOS 4.0 effizient steuern 10 Schadenregulierung Neustart für Autohaus Cyberangriffen ganzheitlich begegnen Mit «Cyber as a Service» schafft HDI Global einen neuen Weg zu effektivem Versicherungsschutz. Informationen für Entscheider | Ausgabe 18 | 2026

Marc Luginbühl CEO HDI Global SE, Schweiz Liebe Leserinnen und Leser Die Anforderungen an Unternehmen verändern sich rasant – insbesondere in einer zunehmend vernetzten und digitalisierten Welt. Cyberangriffe gehören heute zu den grössten betrieblichen Risiken. Umso wichtiger ist es, Cyberrisiken nicht als Momentaufnahme zu betrachten, sondern als kontinuierlichen Prozess, der Prävention, Begleitung und Reaktionsfähigkeit verbindet. Genau hier setzt unser Ansatz «Cyber as a Service» an: mit einem modularen Servicekatalog, der Unternehmen Schritt für Schritt zu mehr digitaler Widerstandsfähigkeit führt und weit über klassischen Versicherungsschutz hinausgeht. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf der Life-Science-Branche, die sich trotz regulatorischer Komplexität und hoher Innovationsdichte weiterhin dynamisch entwickelt. In ihrem 19 Beitrag beleuchtet Katja Stuker, warum Wachstum und individuelle Risiken in dieser Branche eng miteinander verbunden sind – und welche Rolle passgenaue Versicherungslösungen dabei spielen, Unternehmen nachhaltig zu stärken. Lesen Sie ausserdem, wie wichtig schnelle und verlässliche Unterstützung im Schadenfall ist: Ein Brand, der ein Autohaus vollständig zerstörte, zeigt dies eindrücklich. Dank koordiniertem Handeln aller Beteiligten konnten die Schritte für den Wiederaufbau umgehend eingeleitet werden – und der Betrieb war rasch wieder handlungsfähig. Viel Freude beim Lesen! IMPRESSUM Herausgeber: HDI Global SE Agentur: OPEN Strategy & Story GmbH, Wilhelmshöher Allee 262, 34131 Kassel, www.open.de; Geschäftsleitung: J. Müller und Patricia Krannich; Redaktion: M. Orth und K. Schelauske; Projektleitung: S. Ahlborn; Grafik: J. Stachler; Bildnachweis: Autohaus Rolf, HDI, GettyImages und iStock Themen 06 Mittelstand im Fokus Analyse von Marc Luginbühl, CEO HDI Global SE, Schweiz, und Online Seminar zur EUProdukthaftung Effektiver Versicherungsschutz Wie HDI Global mit «Cyber as a Service» ganzheitliche Resilienz schafft Neustart für Autohaus HDI Global Schadenteam legt zügig Fundament für Neubau und schafft Perspektiven Brandschutz-Revision 2026 Schweizer Brandschutzvorschriften (BSV 2026) in Bearbeitung Die Life Science-Branche wächst – und mit ihr die Risiken Die wichtigsten Herausforderungen und wie Unternehmen darauf reagieren sollten NatCat-Risiken steuern HDI ARGOS 4.0 eröffnet neue Möglichkeiten für Unternehmen Mehr Energy und Power Energieprojekte aus einer Hand absichern und begleiten Klimaschutz neu gedacht Carbon Capture and Storage (CCS) aus der Nische holen 04 06 10 13 15 17 18 19 15 HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 3

Polykrise gemeinsam meistern Analyse von Marc Luginbühl, CEO HDI Global SE, Schweiz Der Mittelstand gilt als Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Mittelständische Unternehmen – bei HDI Global mit Umsätzen zwischen 20 und 500 Millionen Schweizer Franken definiert – erleben derzeit die Polykrise als neues Normal: Risiken wirken nicht isoliert, sondern überlagern und verstärken einander. Das erfordert neue Ansätze in Risikomanagement und Versicherungsschutz. Mittelständische Unternehmen sind oft familiengeführt, spezialisiert, innovativ, international aktiv. Diese Stärken bleiben – doch sie müssen gezielt abgesichert werden. Denn ein systematisches Risikomanagement ist noch nicht überall etabliert. Es gilt: Wer jetzt handelt, sichert seine Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsposition. Politische und regulatorische Unsicherheit: Mittelständler bemängeln Bürokratiebelastungen. Umso wichtiger sind daher Partner, die Risiken transparent machen und Lösungen für volatile Rahmenbedingungen bieten. War früher der «Einzelfall» im Risiko das Mass der Dinge, ist es heute das gleichzeitige Auftreten und die gegenseitige Verstärkung von Risiken – die Polykrise. Energie und Rohstoffe: Viele Unternehmen steigern ihre Energieeffizienz, setzen auf Eigenerzeugung und diversifizieren Beschaffungsquellen. HDI Global flankiert diese Herausforderungen – etwa durch Absicherung von Betriebsunterbrechungen oder Rohstoffrisiken. Geopolitik und Lieferketten: Exportorientierte Betriebe leiden unter Protektionismus, divergierenden Märkten und Lieferkettenstörungen. HDI Global unterstützt mit speziellen Lösungen für Transport, Lagerung und dem innovativen Deckungsbaustein zur Absicherung von ESG-Risiken in der Lieferkette. Fachkräfte und Demografie: Der Wettbewerb um Talente wird durch knappe Expertisen bei Digitalisierung und grüner Transformation verschärft. HDI Global bietet moderne Versicherungskonzepte, die die vielfältigen Bedürfnisse der Mitarbeitenden und die betrieblichen Anforderungen erfüllen. Klimawandel und Nachhaltigkeitsvorgaben: HDI Global hat als Partner in Transformation sein Portfolio gezielt auf diese Herausforderungen ausgerichtet und unterstützt Unternehmen mit einer breiten Palette an Produkten und Dienstleistungen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit. Wir begleiten unsere Kunden mit innovativen Konzepten, die konkrete Antworten auf aktuelle ESG-Anforderungen geben. Digitalisierung und Cyberrisiken: Cyberversicherungen und Cyber Services von HDI Global – etwa Präventionsmassnahmen wie Readiness Workshops – machen Unternehmen widerstandsfähiger und helfen, Ausfallzeiten zu reduzieren. Finanzierung und Zinsen: Steigende Zinsen und hohe Finanzierungskosten sorgen dafür, dass Modernisierungen nicht umgesetzt werden, sondern Liquidität gesichert wird. Massgeschneiderte Versicherungsprodukte bieten Sicherheit, schaffen Handlungsräume und schützen Transformationsprojekte wirkungsvoll. Die Polykrise zeigt sich dem Mittelstand auf mehreren Feldern, deren Wechselwirkungen entscheidend sind: Marc Luginbühl CEO HDI Global SE, Schweiz 4

Mit der neuen EU-Produkthaftungsrichtlinie (Richtlinie (EU) 2024/2853) verändern sich die Spielregeln für Hersteller spürbar. Bis zum 9. Dezember 2026 müssen die Mitgliedstaaten sie in nationales Recht überführen. Schon heute zeichnet sich ab, wie weitreichend die Änderungen ausfallen. Der Anwendungsbereich erstreckt sich künftig auf zusätzliche Produkte und Schadenarten. Hinzu kommen neue Regeln zur Beweislast und erweiterte Auskunftsansprüche im Haftungsprozess. Diese Entwicklungen standen im Zentrum des eXperts@HDI Onlineseminars «Neue EU-Produkthaftung – Auswirkungen auf die Haftpflichtversicherung», das am 19. Mai 2026 stattfand. Beleuchtet wurden insbesondere der erweiterte Anwendungsbereich und neue Haftungsrisiken, die veränderte Position von Geschädigten im Verfahren sowie das Zusammenspiel von Produktsicherheitsrecht und Produkthaftung. Zudem wurde diskutiert, ob sich daraus neuer Deckungsbedarf ergibt. Mit Marc Heller und Remo Wyss, Senior Claims Experts bei HDI Global Schweiz, wurde die Thematik aus Schweizer Sicht eingeordnet. Ergänzt wurden die Beiträge durch Linda Kuhn und Marco Visser aus dem Bereich Wordings & Reinsurance, Long Tail bei HDI Global. Das Webinar kann über den QR-Code weiterhin on demand angesehen werden. eXperts Online-Seminar am 19. Mai zur neuen EU-Richtlinie und ihren Folgen für die Haftpflichtversicherung Produkthaftung im Wandel Experten-Wissen aus erster Hand Sie möchten beim nächsten eXperts Online-Seminar auch live dabei sein? Unsere regelmässigen Webinare bieten Ihnen kompaktes Fachwissen direkt von unseren Expertinnen und Experten – praxisnah, verständlich und immer topaktuell. Die Themen sind vielfältig, angefangen bei Trends der Versicherungswelt bis hin zu Anforderungen im Risikomanagement. Unter dem folgenden Link geht es zur kostenlosen Anmeldung, allen Terminen und Aufzeichnungen vergangener Online-Seminare. Wir freuen uns auf Sie! www.hdi.global/experts-at-hdi Die Polykrise ist kein Ausnahmezustand, sondern ein struktureller Wandel. Unternehmen, die Risiken ganzheitlich und präventiv zusammen mit langfristigen weltweit vernetzten Partnern betrachten, erhöhen ihre Chancen im globalen Wettbewerb. Versicherer tragen als Risikomanager, Frühwarnsystem und Partner in der Transformation entscheidend dazu bei. Mehr noch, sie begleiten Transformationsprojekte des Schweizer Mittelstands, indem sie Know-how und internationale Best Practices bereitstellen. Ebenso bieten moderne Versicherer betriebsindividuelle Absicherungskonzepte, die Innovation ermöglichen. Mein Appell ist daher klar: Prüfen Sie Ihr Risikomanagement, hinterfragen Sie Ihren Versicherungsschutz und suchen Sie Partner, die Ihre Risiken holistisch verstehen und mehr bieten als nur Schadenregulierung – vor Ort, langfristig und auf Augenhöhe. In diesem Schulterschluss begegnen wir der Polykrise, gestalten Transformation erfolgreich und legen ein starkes Fundament für die nächsten Jahrzehnte. Bei HDI Global stehen erfahrene Expertinnen und Experten im direkten Austausch mit ihren Kundinnen und Kunden und entwickeln gezielt Lösungen, abgestimmt auf deren individuelle Bedürfnisse. HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 5

Effektiver Versicherungsschutz Mehr als klassischer Risikotransfer 6

In drei aufeinander abgestimmten Sektoren entsteht nachhaltige Cyberresilienz entlang des gesamten Cyberrisikozyklus. Das neue Cyber-Wording bringt zahlreiche Vorteile mit sich – ganz im Sinne sich verändernder Marktgegebenheiten und Kundenbedürfnisse. Cyberangriffe gehören gemäss einer Studie von PwC heute zu den betrieblichen Hauptrisiken, denen man sich nicht mehr entziehen kann. Rund jedes dritte Unternehmen in der Schweiz war bereits Opfer einer Cyberattacke. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. Die Folgen sind jährlich Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Franken, wobei sich der durchschnittliche Schaden auf circa sechs Millionen Franken beläuft. Hinzu kommt: Die Angriffsmethoden werden immer komplexer. Diese Dynamik auf Seiten der Angreifer sollte sich nach Einschätzung von HDI Global im Cyberschutz widerspiegeln. Unternehmen benötigen mehr denn je ganzheitliche Sicherheitskonzepte. Umfassender Cyberschutz Als internationaler Corporate- & Specialtyversicherer kennt HDI Global die spezifischen Cyberrisiken von mittelständischen Unternehmen, Industriebetrieben und Grosskunden genau. Mit jahrzehntelanger Erfahrung im professionellen Risikomanagement und einem weltweiten Expertennetzwerk profitieren Unternehmen von umfassendem Cyberschutz aus einer Hand. So wird aus reinem Risikotransfer ein strategischer Sicherheitsansatz, der die Cyberresilienz direkt im Unternehmen stärkt. Mit dem Ansatz «Cyber as a Service» steht ein ganzheitlicher Schutz zur Verfügung, der mehr als die klassische Versicherungsdeckung umfasst. «Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von der Expertise eigener Cyber Risk Engineers, sodass viele Services inhouse betrieben werden können, sowie von einem starken Cyberpartnernetzwerk», sagt Patrick Eggimann, Lead Underwriter Cyber, HDI Global SE, Schweiz. «Unsere Services sind in die Versicherungspolice integriert und unterstützen genau dort, wo sie benötigt werden. Unsere Kundinnen und Kunden können sich so den für sie optimalen Schutz zusammenstellen und ihre Maturität verbessern, was die Transparenz der Risikosituation erhöht und eine fundierte, individuelle Risikobewertung unterstützt.» HDI Global begegnet Cyberangriffen mit «Cyber as a Service»: einem ganzheitlichen Servicekatalog, der über klassische Versicherungsleistungen hinausgeht. «Wir verstehen effektive Cybersecurity als Prozess» Patrick Eggimann, Lead Underwriter Cyber, HDI Global SE, Schweiz HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 7

Kontinuierliches Monitoring und proaktive Risikoanalyse gehören zum ganzheitlichen Cyber-­ Service-Ansatz. Risikoanalyse  Riskobewertung + Rent-a-Risk-Engineer + Risikodialog inkl. Report + Risikodialog light ohne Report (mit Notiz) Risikominimierung + Value Added ServiceNetzwerk (VAS) + Simulation von LiveAttacken + 1:1 Support + Angriffsorientierte Cybersicherheitsstrategie + Extended Vulnerability Analyse (EVA) Incident Response & Monitoring  Welcome Package  Threat Alerts + BitSight Monitoring & Reporting + Incident Response Management Onboarding + Readiness Workshop  in Police inbegriffen + optional Umfassender Schutz aus drei Sektoren: Erweitern Sie die Kernleistungen Ihrer Cyber-Police individuell Sektor 1: Fundierte Risikoanalyse Nicht nur versichert, sondern bestens vorbereitet: Die Grundlage bildet eine professionelle Risikoanalyse durch die Cyber Risk Engineers von HDI Global. Sie ermitteln den aktuellen Cybersicherheitsreifegrad, decken Schwachstellen auf und zeigen Optimierungspotenziale. Von der Desktop-Analyse über ausführliche Risikodialoge bis zum detaillierten Report erhalten Unternehmen einen transparenten Überblick über ihre Sicherheitslage. Ein «Rent-a-Risk-Engineer»-­ Service steht optional für individuelle Fragestellungen bereit – vor und während der Vertragslaufzeit. Sektor 2: Proaktive Risikominimierung Hier beginnt die präventive Arbeit. Cyber-Service-Experten unterstützen mit ausgewählten Serviceangeboten bei der Risikominimierung, tragen zur Weiterentwicklung des Cybersicherheitsreifegrads bei und erhöhen damit die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe. Über ein qualitätsgeprüftes Partnernetzwerk können Unternehmen mit spezialisierten Dienstleistern für individuelle Schutzmassnahmen verbunden werden. Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem Infrastrukturprojekte wie Netzwerksegmentierung, ein offensiv ausgerichtetes Security Assessment oder Awareness-Produkte und deckt unterschiedlichste Sicherheitsbedürfnisse ab. Hinzu kommen hauseigene Services des Cyber Risk Engineering Teams, wie ein 1:1 Support, Live-Attack-Simulationen, Workshops zu Angriffssimulationen aus Angreiferperspektive oder auch eine erweiterte Risikoanalyse inklusive Systempenetration, die als optionale Bestandteile der Cyber-Police integriert werden können. Sektor 3: Vorbereitet für den Ernstfall Mit den Incident Response & Monitoring-Services erhalten Unternehmen fortlaufende Unterstützung. Die Services sind darauf ausgelegt, im Ernstfall eine schnelle Koordination und strukturierte Unterstützung zu ermöglichen. Alle Massnahmen zielen darauf ab, die Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten und eine wirksame Cyberabwehr zu ermöglichen. Bestandteil der Versicherungspolice ist ein Welcome Package mit allen relevanten Notfallinformationen sowie den Kontaktdaten des Incident Managers. Optional können ein kontinuierliches BitSight-Monitoring zur Früherkennung von Schwachstellen sowie Readiness Workshops gewählt werden. Letztere klären vorab die Abläufe zwischen internem Team und externen Spezialisten. Im Schadenfall greifen so erprobte Prozesse und definierte Abläufe. 8

HDI Global: Der richtige Partner an Ihrer Seite Die Cyber Services von HDI Global gehen über den traditionellen Risikotransfer hinaus und bieten Ihnen bereits heute risikominimierende Unterstützung, die Ihre Widerstandsfähigkeit direkt aus dem Unternehmen heraus verbessern. Expertise in der Industrieversicherung Als internationaler Corporate- & Specialtyversicherer kennen wir die spezifischen Cyberrisiken und entwickeln massgeschneiderte Versicherungslösungen, die präzise auf industrielle Anforderungen und Risikoprofile zugeschnitten sind. Kompetenz im Risk Engineering Mit jahrzehntelanger Erfahrung im professionellen Risikomanagement verstehen wir die aktuelle Risikolandschaft und die sich wandelnde regulatorische Anforderungen. Unser Risk Engineering Team liefert fundierte Fachanalysen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Cyberrisiken deutlich zu reduzieren und die Resilienz zu stärken. Weltweites Expertennetzwerk Wir arbeiten mit sorgfältig ausgewählten, qualitätsgeprüften Experten zusammen, die erstklassige Cybersicherheitslösungen bereitstellen. Dieses starke, internationale Partnernetzwerk ermöglicht es, ganzheitliche Lösungen für sämtliche Bereiche des Cyberrisikomanagements für unsere Kundinnen und Kunden anzubieten. Fortlaufende Risikooptimierung Wir setzen auf die nachhaltige Verbesserung der Risikoqualität durch regelmässige Effektivitätsbewertungen und aktive Anpassung an neue Bedrohungslagen. Unser Ziel: Unternehmen dabei unterstützen, ihre Cyberrisiken versicherbar zu machen und gleichzeitig ihre operative Widerstandsfähigkeit zu stärken. Neues Wording: flexibel & kundenorientiert Der Cyberversicherungsmarkt ist ständig im Wandel. Neue Risiken und sich verändernde Kundenbedürfnisse erfordern flexible und innovative Lösungen. HDI Global hat deshalb das Cyber-Wording grundlegend überarbeitet. «Unser bisheriges Wording wurde den sich schnell verändernden Anforderungen im Cybermarkt nicht mehr gerecht. Ausserdem gab es in den verschiedenen Sprachversionen Abweichungen, die wir mit dem neuen Ansatz beseitigt haben», erklärt Patrick Eggimann. Das neue, moderne Wording bietet die notwendige Flexibilität, um rasch und gezielt auf Marktveränderungen zu reagieren. Gleichzeitig schafft es einen klaren, konsistenten Rahmen für die adäquate Deckung neuer Risiken. So können individuelle Kundenbedürfnisse noch besser erfüllt werden. Dank der Umstellung auf ein definitionsbasiertes Wording werden Anpassungen einfacher und wesentlich schneller möglich – im Interesse der Kundinnen und Kunden von HDI Global. «Wir analysieren fortlaufend die Entwicklungen am Markt und passen unser Wording proaktiv an», so Patrick Eggimann. «Denn gerade im aktuellen Umfeld ist es entscheidend, als Versicherer flexibel und dynamisch zu agieren, um komplexe Kundenanforderungen als Partner in Transformation zu erfüllen.» Patrick Eggimann Lead Underwriter Cyber HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 48 09 Patrick.Eggimann@hdi.global Weitere Informationen unter www.hdi.global/CyberServiceMagazin-DE HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 9

Neustart für Autohaus Professionelle Schadenregulierung sicherte Zukunftschancen nach Grossbrand immer eine Lösung gefunden hatten», sagt Svenja Rolf-Weers. Viele Freunde kamen zur Unterstützung und alle Mitarbeitenden, obwohl sie dies wegen des Schadenereignisses nicht hätten tun müssen. «Das machte uns Hoffnung und zeigte, dass wir nicht allein sind und diese Extremsituation gemeinsam meistern können», ergänzt die JuniorGeschäftsführerin. Gemeinsam den Neubau vorangetrieben Am Schadentag war auch der langjährige Vermittler des Autohauses und Versicherungsexperte der Hausbank vor Ort und informierte die Schadenexperten des Standortes Hamburg von HDI Global. Michael Schuh, Schadenexperte der Niederlassung Deutschland am Standort Hannover, stellte dann das Schadenteam zusammen: jeweils einen Sachverständigen für Gebäude, Betriebseinrichtungen sowie Betriebsunterbrechung und Warenvorräte, einen Chemiker sowie den Projektleiter der Sanierungsfirma. «Als wir diese professionelle Unterstützung bereits drei Tage später bei uns erlebten, spürten wir, dass es weitergehen wird. Auch um unseren Mitarbeitenden eine Perspektive zu geben, haben wir quasi sofort alles daran gesetzt, den Neubau des Autohauses voranzutreiben», blickt Svenja Rolf-Weers zurück. Während die Aufräumarbeiten auf Hochtouren liefen, führte Hans-Wilhelm Rolf Gespräche mit Verantwortlichen der örtlichen Gemeinde und zuständigen Baubehörde. Gleichzeitig entwarf der befreundete Architekt den Neubau des Autohauses. Der Grossbrand zerstörte das Autohaus bis auf die Grundmauern. Mit über 100 Einsatzkräften kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen und konnte noch einige im Aussenbereich geparkte Fahrzeuge vor dem Feuer sichern. Die Flammen zerstörten das Autohaus innerhalb weniger Stunden. Die HDI Global Experten reagierten schnell und lösungsorientiert und ermöglichten so mit allen Beteiligten zügig einen zeitgemässen Neubau. Nachts um 3:40 Uhr klingelte es an der Haustür von Sabine und HansWilhelm Rolf. Eine Polizeibeamtin berichtete den Geschäftsinhabern, dass ihr Autohaus in Flammen steht. Diese Worte waren für das Ehepaar ein Schock, ebenso wie für die beiden Töchter Svenja Rolf-Weers und Christine Rolf, die zusammen ihren Eltern als Geschäftsführerinnen nachfolgen. «Von der anderen Strassenseite mussten wir mitansehen, wie der Brand unser Autohaus, das wir 2009 aufgebaut und 2016 erweitert hatten, nahezu komplett zerstört», erinnert sich Geschäftsinhaber Hans-Wilhelm Rolf. Mit über 100 Einsatzkräften bekämpfte die Feuerwehr den Brand, konnte aber nur noch einige im Aussenbereich parkende Fahrzeuge retten. «Für mich war es am schlimmsten, mitzuerleben, wie hilflos meine Eltern in diesem Moment waren, da sie sonst nie verzagt und 10

Obwohl die Kriminalpolizei acht Wochen für die Ermittlung der Brandursache benötigte, konnte die Brandstelle bereits nach zehn Tagen freigegeben werden. Es hatte sich herausgestellt, dass ein technischer Defekt ursächlich für den Brandausbruch gewesen war. Nur eine genaue Bestimmung der Brandursache war wegen der starken Zerstörungen nicht möglich. «Sobald klar war, dass kein Drittverschulden vorlag, haben wir der Familie Rolf zugesichert, dass HDI Global den Sach- und BU-Schaden voll übernehmen wird», sagt Michael Schuh. Wenige Wochen später flossen die ersten Zahlungen, um die Liquidität des Autohauses sicherzustellen. Die vertragliche Basis liefert die HDI AutohausSpezialPolice, welche Susanne Krause, zuständige Underwriterin bei HDI Global, gemeinsam mit der Geschäftsführung bedarfsgerecht umgesetzt hatte. Genehmigte Erweiterung wurde einbezogen «Wir haben alle an einem Strang gezogen», sagt der HDI Global Schadenexperte. Und Hans-Wilhelm Rolf betont: «Aufkommende Fragen wurden immer blitzartig geklärt sowie Entscheidungen zügig und auf Augenhöhe getroffen.» Das galt insbesondere auch für die Errichtung des neuen Autohauses, mit dem bereits rund zehn Wochen nach dem Brandereignis begonnen werden konnte. Dabei wurde die schon vor dem Grossschaden behördlich genehmigte Gebäudeerweiterung für die angestrebte Reparatur, Vermietung und den Verkauf von Wohnmobilen integriert. Zudem wurden Optimierungen am Gebäude und in den Arbeitsabläufen nach aktuellen technischen Standards umgesetzt, angefangen bei der Beleuchtung über die Hebetechnik bis hin zur Kabelführung. «Es war stets ein offener und fairer Dialog, wenn es darum ging, einerseits schadenbedingte, andererseits zukunftssichernde Massnahmen umzusetzen und natürlich Vorgaben seitens der Behörden», sagt Michael Schuh. Geschäftsinhaber setzten HRC Empfehlungen um Bei Neubauten ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach vorgeschrieben. Im Zuge dieser behördlichen Anforderung folgte die Geschäftsführung dem Rat der Risikoingenieure von HDI Risk Consulting (HRC), eine nicht brennbare Dachisolierung zu verwenden. Eine weitere Empfehlung betraf die Installation einer Rauchwärmeabzugsanlage, zusätzlich zur Brandfrüherkennungs- und Einbruchmeldeanlage, die direkt und 24/7 mit einer Notruf-Serviceleitstelle verbunden sind. Zudem wurde die Werkstatt so eingerichtet, dass die gesamte elektrische Anlage nach Geschäftsschluss mit einem Hauptschalter stromlos gestellt werden kann. Lediglich ein Spezialschrank mit hoher Feuerwiderstandsfähigkeit bleibt aussen vor. Denn die Akkus der Maschinen und Handgeräte werden nicht mehr an den Arbeitsplätzen, sondern zentral über Nacht aufgeladen, damit sie morgens zum Arbeitsbeginn einsatzbereit sind. Als wir diese professionelle Unterstützung bereits drei Tage später bei uns erlebten, spürten wir, dass es weitergehen wird. Svenja Rolf-Weers, Junior-Geschäftsführerin, Autohaus Rolf Mit schwerem Gerät wurden die Brandschäden beseitigt. Bereits nach zehn Wochen war der Schadenort komplett geräumt (Bild o.l.). Hochmodern und technisch auf dem neuesten Stand präsentiert sich das Autohaus Rolf nun von innen und von aussen. HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 11

«Durch das Brandereignis haben wir erlebt, wie schnell sich ein Feuer entfachen und verbreiten kann. Daher schauen wir jetzt anders auf Gefahrenherde, die wir so weit wie möglich beseitigt haben, sei es zum Beispiel bei der Lagerung von Betriebsstoffen oder bei der Stromführung», sagt Junior-Geschäftsführerin Christine Rolf. E-Fahrzeuge können durch neue Wallboxen geladen werden. Quarantänestationen zum Abstellen von beschädigten E-Fahrzeugen befinden sich bereits in der Planungsphase ebenso wie die Installation einer Videoüberwachungsanlage für die im Aussenbereich geparkten Fahrzeuge. «Alle Empfehlungen, die wir im Rahmen des schadenpräventiven Risikomanagements ausgesprochen haben, hat die Familie Rolf umgesetzt», sagt Risikoingenieur Michael Busch und fügt hinzu: «Durch die Realisierung der hohen brandschutztechnischen Standards hat das Autohaus nun Brandentstehungsrisiken weitestgehend reduziert.» Engagierte Beschäftigte und treue Kunden Bereits 16 Monate nach dem Grossschaden konnte die Familie Rolf zusammen mit ihrer Belegschaft, Freunden, Kunden, Geschäftspartnern und Mitbewerbern die Neueröffnung ihres Autohauses feiern. «Wir übernehmen den Standort in der zweiten Generation und können unseren Mitarbeitenden dank hochmoderner Arbeitsplätze eine Zukunftsperspektive bieten», freuen sich die beiden Junior-Geschäftsführerinnen. Dass in dieser Zeit die Umsatzeinbussen begrenzt und ein kompletter BU-Schaden vermieden werden konnte, war nicht nur den treuen Kunden zu verdanken. Auf der anderen Strassenseite gegenüber dem Autohaus hatten die Geschäftsinhaber schon 2020 ein Grundstück und Gebäude erworben. Die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen konnte dort und einige Monate später in einer angemieteten Halle grösstenteils fortgeführt werden. Denn einige Werkstätten aus dem Umkreis stellten Werkzeuge und Technik zur Verfügung und die Mitarbeitenden setzten auch unter den erschwerten Bedingungen alles daran, alle Kundenaufträge zu erfüllen. «Einige Werkstätten haben sogar unsere Auszubildenden übernommen, damit sie ihre Ausbildung fortsetzen können», sagt Geschäftsinhaberin Sabine Rolf und betont: «Der Zusammenhalt war und ist wirklich einmalig.» Michael Schuh Inhouse Adjuster – Property | Global Property Claims HDI Global SE +49 (0)2738 / 69 25 10 Michael.Schuh@hdi.global Michael Busch Services Kraftfahrt – Riskmanagement Automotive | Autohaus | Agrar HDI Risk Consulting +49 (0)511 / 645-4738 Michael.Busch@hdi.global Daniel Klein Senior Risk Engineer HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 48 41 Daniel.Klein@hdi.global Rahel Streckeisen Claims Expert Property HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 47 78 Rahel.Streckeisen@hdi.global Wir haben erlebt, wie schnell sich ein Feuer entfachen und verbreiten kann. Daher schauen wir jetzt anders auf Gefahrenherde. Christine Rolf, Junior-Geschäftsführerin, Autohaus Rolf Das 33-köpfige Team des Autohauses Rolf freut sich über die wiedergewonnenen Perspektiven. 12

Die Inkraftsetzung der Schweizer Brandschutzvorschriften (BSV 2026) wird derzeit auf voraussichtlich Herbst 2027 terminiert. Bis dahin gelten die BSV 2015 unverändert weiter. Als Sofortmassnahme im Kontext der Revision gilt schweizweit ab 1. April 2026 ein Verbot des Abbrennens/Zündens von Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Räumen (insb. Innenräume, z. B. Wunderkerzen/Sprühkerzen). Ausgenommen bleiben bereits bewilligungspflichtige Kategorien von Feuerwerkskörpern. Dieses Pyrotechnikverbot wird als Übergangsmassnahme bis zum Inkrafttreten der totalrevidierten Vorschriften dargestellt. Die BSV 2026 verfolgen einen konsequent risikobasierten Ansatz mit dem Ziel Verhältnismässigkeit, Deregulierung/Vereinfachung und mehr Eigenverantwortung im Vollzug. Kern der Revision ist die freie Wahl zwischen mehreren Nachweis-/Verifikationswegen (u. a. präskriptiv/Standard sowie alternative Verfahren), eingebettet in eine einheitliche risikoorientierte Logik. Dies soll bei nachweislich niedrigen Risiken Erleichterungen ermöglichen und bei erhöhten Risiken gezielte, proportionale Massnahmen auslösen. Die BSV 2026 machen die Sicherheitslogik und die Abgrenzung von Schutzzielen (u. a. Personen- und Gebäudeschutz) transparenter. Als Referenz wird im Zusammenhang mit der Revision auch der ALARP Gedanke (Verhältnismässigkeit; As Low As Reasonably Practicable – so niedrig wie vernünftigerweise machbar) genannt. Wichtig für Property Kunden (Sach-/BU-Perspektive) Die Brandschutzvorschriften zielen primär auf die Erreichung regulatorischer Schutzziele (insbesondere Personenschutz). Sach- und Betriebsunterbrechungsschutz (BU) im versicherungstechnischen Sinn ist typischerweise nicht explizit normiert, weshalb Best Practice Massnahmen (z. B. Baustoffe, Sprinkler/Anlagenschutz, organisatorische BU-Vorsorge) häufig über das gesetzliche Minimum hinausgehen. Brandschutz-Revision 2026 Die Totalrevision der Schweizer Brandschutzvorschriften (BSV 2026) ist in Bearbeitung HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 13

Unterstützung durch HDI Risk Consulting Risikoanalyse & Verbesserungen HDI Risikoingenieure unterstützen dabei, Lücken zwischen gesetzlichen Mindestanforderungen und robustem Sach-/ BU-Schutz zu identifizieren und risikogerechte Massnahmen (zum Beispiel automatische Löschanlagen, Brandabschnitts-/ Anlagenkonzepte, Redundanzen, organisatorische Kontrollen) nach anerkannten Best Practice Ansätzen zu empfehlen. Projektbegleitung Frühzeitige Beratung und Plandurchsicht zur Förderung risikogerechter Lösungen über reine BSV Konformität hinaus – abgestimmt mit Planern und Underwriting. Betriebsphase & Schulung HDI unterstützt mit Standortbesichtigungen und praxisnahen Leitfäden. Zum Beispiel existiert ein Leitfaden für Ausserbetriebnahmen (Impairment) von Brandschutzanlagen: Er zeigt Massnahmen bei Sprinklerabschaltung und wird mit einem standardisierten Meldeformular bereitgestellt. Bei Bedarf bietet HDI zudem Trainings zu Brandverhütung und Notfallplanung an. Präventive Risikoarbeit Zusammen mit den Kunden entwickelt HDI individuelle Brandschutzkonzepte und Notfallpläne – auch für die internationalen Niederlassungen Schweizer Unternehmen, um risikobasiertes Denken frühzeitig in der Organisation zu verankern und Sach-/BU-Schadenpotenziale zu reduzieren. Änderungen – Relevanz für Kunden • «Risiko statt Schema» (risikobasiert & nachweisorientiert): Die Revision stärkt flexible Nachweisverfahren und eine konsequente Risikoorientierung, wodurch bei geringen Risiken Erleichterungen möglich werden und bei höheren Risiken gezielt verstärkt wird. • Mehr «Eigenverantwortung / Qualitätssicherung» im Lebenszyklus: Dokumentation, Betrieb, Instandhaltung und Vollzug werden als zentrale Elemente betont; Verantwortlichkeiten sollen klarer und transparenter werden. • Gezielte Verschärfungen in einzelnen Bereichen: Im Rahmen der Revision werden punktuelle Verschärfungen genannt, u. a. im Kontext von Blitzschutzsystemen, begründet über Risiko- und Verhältnismässigkeitsüberlegungen. Daniel Klein Senior Risk Engineer HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 48 41 Daniel.Klein@hdi.global Michel Mädler Team Lead Underwriting Property HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 49 68 Michel.Maedler@hdi.global 14

Die Life‑Science‑Industrie gehört global zu den dynamischsten Sektoren. Sie ist Motor für medizinischen Fortschritt, technologischer Vorreiter und wirtschaftlich relevanter denn je. Doch hinter dieser Dynamik stehen zunehmend komplexe Risiken. Regulatorische Vorgaben verschärfen sich, Lieferketten geraten unter Druck, Cyberattacken nehmen zu und der Markt wird durch Fälschungen und Studienabbrüche verunsichert. Gleich mehrere Entwicklungen stellen die Branche aktuell vor grosse Herausforderungen. Warum die Branche unter Hochdruck steht – und wie sich Risiken gezielt beherrschen lassen. Regulierung auf der Überholspur Unternehmen, die Medizinprodukte oder Diagnostika entwickeln, stehen unter wachsendem Druck. Die europäischen Regulierungen Medical Device Regulation (MDR) und In Vitro Diagnostic Medical Device Regulation (IVDR) fordern umfassendere Nachweise, engere Dokumentationspflichten und schnellere Reaktionszeiten. Weil Verfahren in Märkten wie den USA oder in Teilen Asiens häufig schneller und besser planbar sind – ohne dass die Anforderungen zwingend geringer wären – wählen viele Hersteller dort den Erstzugang. Dadurch verzögert sich der EU‑Markteintritt in der Folge häufig. Wenn Qualität zur Schlagzeile wird Rückrufe sind längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Fehler in der Kühlkette, minimale Abweichungen in der Produktion oder neue regulatorische Forderungen können Produkte innerhalb kürzester Zeit aus dem Markt ziehen. Für ein Umfeld, das stark von Vertrauen lebt, ist das ein empfindliches Risiko. Rückrufe sind teuer – aber der Reputationsschaden kann gravierender sein. Globale Abhängigkeiten treffen auf volatile Nachfrage Kaum ein Bereich ist so eng mit internationalen Lieferketten verknüpft wie Die wichtigsten Herausforderungen und wie Unternehmen darauf reagieren sollten Die Life Science-Branche wächst – und mit ihr die Risiken Pharma und Biotech. Wirkstoffknappheiten, zum Beispiel bei Glucagon‑like Peptide‑1 (GLP‑1) oder Antibiotika, haben in den letzten Jahren deutlich gemacht, wie verletzlich selbst führende Hersteller sind. Für 2026 erwarten Experten erneut Engpässe. Gründe dafür sind geopolitische Spannungen, steigende Nachfrage und ein nach wie vor fragiles Gleichgewicht globaler Produktionskapazitäten. Digitalisierung als Risiko – nicht nur als Chance Die Digitalisierung der Labore, Entwicklungsprozesse und Produktionsstätten hat enormes Potenzial eröffnet. Gleichzeitig vergrössert die Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Ransomware-Attacken, gestohlene Forschungsdaten oder der Ausfall vernetzter Produktionssysteme können für Life‑Science-Unternehmen existenzielle Folgen haben. Die neuen Meldepflichten unter Network and Information Security Directive 2 (NIS2), der EU-Richtlinie für Cybersicherheit, verschärfen die Lage zusätzlich. Was früher IT‑Sicherheitsproblem war, ist heute ein operatives Risiko. HDI Berater 2026 | Ausgabe 18 15

Zum Angebot gehören unter anderem Absicherung von Lieferketten und Betriebsunterbrüchen Produkthaftpflicht und Rückruf Clinical Trials Versicherungen Individuelles Risk Engineering und persönliche Beratung Cyberdeckungen Fälschungen und Studienabbrüche: Zwei stille, aber gefährliche Trends Während klinische Studien auf dem Weg zu Marktzulassungen immer häufiger scheitern – insbesondere in Phase III – wächst gleichzeitig der Markt für gefälschte Produkte. Beides stellt Unternehmen vor enorme Herausforderungen: Studienabbrüche zerstören Investitionen, Fälschungen gefährden Patientensicherheit und Markenvertrauen. Eine Branche, die für höchste Qualitätsstandards steht, muss plötzlich gegen Risiken kämpfen, die schwer kontrollierbar sind. Wie Unternehmen jetzt reagieren sollten Um den steigenden Risiken wirksam zu begegnen, sollten Life‑Science‑­ Unternehmen ein ganzheitliches Risikomanagement etablieren, das regulatorische, operative und technologische Anforderungen frühzeitig verbindet. Dazu gehören ein strukturiertes Monitoring der MDR/IVDR‑Vorgaben, robuste Qualitäts- und Rückrufprozesse sowie eine transparente Analyse von Abhängigkeiten in den Lieferketten. Ergänzend erhöhen moderne Cybersicherheitsarchitekturen und NIS2‑­ konforme Standards die Resilienz im digitalen Bereich. Klare Validierungsprozesse für Studien‑ und Lieferpartner sowie Massnahmen zur Stärkung der Produktsicherheit unterstützen zusätzlich, Fälschungs- und Studienrisiken zu minimieren. Zudem braucht es eine konsistente Governance mit definierten Rollen, KPIs und Audits sowie eine enge Abstimmung zwischen Risikomanagement und Versicherungsstrategie. So lassen sich Deckungen wie Produkthaftpflicht, Clinical Trials, Cyber oder Supply Chain passgenau strukturieren und im Markt nachhaltig platzieren. Wie HDI Global Schweiz Life‑Science‑Unternehmen stärkt Inmitten dieses komplexen Umfelds suchen viele Unternehmen nicht nur nach Versicherungslösungen, sondern nach einem Partner, der die Branche versteht. Genau hier setzt HDI Global Schweiz an: HDI verbindet internationale Erfahrung mit lokaler Expertise und begleitet Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Forschung und klinischen Prüfungen bis zur globalen Distribution. Die Expertin Katja Stuker, lic. iur., ist seit Ende 2021 bei HDI Global in Zürich tätig, zunächst als Senior Underwriter Liability. Im April 2026 hat sie die Funktion als Team Lead Underwriting Life Science Liability übernommen. Sie verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Industrieversicherung mit Schwerpunkt Haftpflicht und Life Science. Zuvor war sie bei anderen Versicherungsunternehmen in unterschiedlichen Underwriting-Funktionen tätig, unter anderem als Life Science Practice Leader Switzerland. Zusätzlich beriet sie Life‑Science‑­ Unternehmen im Risk Management mit Fokus auf Produkthaftung. Katja Stuker Team Lead Life Science Liability HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 47 66 Katja.Stuker@hdi.global Der Ansatz ist klar Risiken sollen frühzeitig erkannt, professionell gemanagt und so Innovation und medizinischer Fortschritt langfristig ermöglicht werden. Kommen Sie frühzeitig auf uns zu, sollten Sie neue Projekte planen oder bestehende Studien erweitern wollen. Je früher Risiken besprochen werden, desto gezielter lassen sich Lösungen gestalten. 16

Seit Kurzem können HDI Global Kunden die Mehrwerte von HDI ARGOS 4.0 selbst nutzen. Der Einsatz des praxisbewährten NatCat-Bewertungstools ermöglicht es Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen und effizient zu steuern – beides wird für eine Stärkung der betrieblichen Resilienz immer wichtiger. Naturgefahrenereignisse treten immer häufiger und intensiver auf. Das gilt für Stürme, Hitzewellen und Dürren ebenso wie für Starkregen, Überschwemmungen und Waldbrände. Das Ausmass, in dem solche Wetterextreme Standorte weltweit beeinträchtigen und gefährden können, ist unterschiedlich. Für Unternehmen ist es daher immer wichtiger, die hieraus resultierenden Risiken früh zu identifizieren, um rechtzeitig erforderliche Massnahmen einleiten zu können. Mit dem praxisbewährten NatCat-­ Bewertungstool HDI ARGOS 4.0 können Unternehmen ihre weltweiten NatCat-Risiken effizient steuern. Die Kombination von hochauflösenden Gefahreninformationen, innovativen 3DGefahrenkarten, vollständig anpassbaren Berichten und einer benutzerfreundlichen Oberfläche ermöglicht eine schnelle wie fundierte Risikoanalyse aller relevanten Daten zu Naturgefahren. Der KI-gestützte Datenimport bietet dabei eine erhebliche Zeitersparnis. Grundlage für nachhaltige Resilienz schaffen Auf diese Weise gelingt es Unternehmen, Naturgefahrenrisiken frühzeitig zu erkennen und mögliche Folgen proaktiv zu verringern. Das steigert nicht nur die Effizienz im Risikomanagement, sondern schafft auch eine solide Grundlage für nachhaltige Resilienz. «In einer Zeit, in der Daten die Grundlage für Entscheidungen bilden, geht der Nutzen eines gut strukturierten und gepflegten Standortportfolios mit HDI ARGOS 4.0 weit über die Risikobewertung hinaus», sagt Lukas Helmer, Product Owner – Risk Consulting-External Collaboration. Lars Regner Head of Resilience Services HDI Risk Consulting GmbH Resilience-Services@hdi.global Anders Olsson Risk Engineer HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 48 90 Anders.Olsson@hdi.global NatCat-Risiken effizient steuern HDI ARGOS 4.0: ein unverzichtbares Tool für Ihr Risikomanagement Als Partner in Transformation unterstützen wir Unternehmen dabei, Risiken in strategische Weitsicht umzuwandeln. Lars Regner, Head of Resilience Services, HDI Risk Consulting Weitere Informationen unter www.hdi.global/ hdiargos Innovative Funktionen für die Risikoanalyse HDI Global stellt ihren Kunden HDI ARGOS 4.0 (Accumulation Risk Geospatial Online System) als kostenpflichtige digitale Serviceleistung mit folgenden innovativen Funktionen zur Verfügung: Bis zu 100.000 Standorte lassen sich schnell und präzise KI-gestützt importieren Benutzerdefinierte, interaktive Berichte und Dashboards bieten umfassenden Überblick über Risikofaktoren und potenzielle Schwachstellen Detaillierte Bewertungen und Risikoeinstufungen hinsichtlich verschiedener Naturgefahren Zugriff auf neue 3D-Gefahrenkarten und Elevation-Tool für interaktive Perspektiven auf Gelände- und Topografiedaten 17 HDI Berater 2026 | Ausgabe 18

Komplexe Energieportfolios erfordern ganzheitliche Lösungen. Genau das bieten wir jetzt aus einer Hand. Nils Fuhrmann, Global Strategy Manager Energy & Power Komplexe Energieprojekte zu versichern, erforderte bislang separate Zuständigkeiten für Bau, Betrieb und Spezialrisiken. HDI Global räumt mit dieser Fragmentierung auf. Die vertikale Energy & Power Unit begleitet Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und navigiert als OneStop Shop durch die Energiewende. Mit der Neuaufstellung reagiert HDI Global auf die dynamischen Entwicklungen im Energiesektor und die klare Forderung von Kunden und Brokern nach einem integrierten Ansatz. Von Upstream über Midstream bis hin zur Stromerzeugung deckt die neue Einheit das gesamte Spektrum erneuerbarer sowie konventioneller Energiequellen und ihre Risiken ab. Kunden erhalten das Gesamtpaket aus einer Hand: globale Expertise, lokale Kontakte und lückenlose Deckung vom ersten Spatenstich bis zum langjährigen Betrieb. Zusammenarbeit neu gedacht Der integrierte Ansatz beruht auf einer engen Verzahnung von Risiko-Engineering, Underwriting und Schadenregulierung, die in einem ständigen Lernzyklus voneinander profitieren. So werden Erkenntnisse aus dem gesamten Portfolio genutzt, um Schäden präventiv zu verhindern. Für Mark Mackay, Global Head of Energy & Power, ist diese Art der Zusammenarbeit entscheidend, um Kunden als «Partner in Transformation» bei der Bewältigung der Energiewende zu unterstützen. Das Verständnis für Bau und Betrieb, gepaart mit technischer Expertise und finanzieller Stärke, schafft die Basis für innovative Versicherungslösungen. Veränderungsdruck trifft auf Wachstumschancen Exemplarisch für die Herausforderungen der Energiewende steht der Stromsektor. Während fossile Brennstoffe schrittweise ersetzt werden, wächst der globale Energiebedarf und Naturereignisse häufen sich. Durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner wie HDI Global positionieren sich Unternehmen für langfristigen Erfolg und tragen zu einer nachhaltigen Zukunft bei. Weitere Informationen unter www.hdi.global/ energy-power Nils Fuhrmann Global Strategy Manager Energy & Power HDI Global SE Nils.Fuhrmann@hdi.global Andrea Pfister Lead Underwriter Engineering Lines HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 47 73 Andrea.Pfister@hdi.global Der Power-Move HDI Global verstärkt spartenübergreifende Energy & Power Unit Energy & Power auf einen Blick Massgeschneiderte Versicherungslösungen aus einer Hand Fundiertes Know-how für konventionelle und erneuerbare Energietechnologien KI- und IIoT-Lösungen zur Risikominimierung und Effizienzsteigerung Nahtlose Schadenbearbeitung und schnelle Entscheidungsfindung Langfristige Partnerschaften auf Vertrauensbasis Klimarisikoanalyse unter Berücksichtigung der EU-Taxonomie (keine Konformitätsgarantie) Strategische Beratung bei Investitionsentscheidungen 18

CO2-Abscheidung CO2-Transport CO2- Speicherung Carbon Capture and Storage (CCS) galt lange als teures Nischenprojekt. Heute zeigt sich: Ohne Technologien zur CO₂-Abscheidung lassen sich ehrgeizige Klimaziele kaum erreichen. Für viele Industrieunternehmen wird CCS zu einem strategischen Instrument, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Seit den 1970er-Jahren wird CCS in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt, um CO₂ abzuscheiden, zu komprimieren, zu transportieren und unterirdisch zu speichern. Die in der Praxis vielfach erprobte Technologie erhält nun einen neuen Einsatzzweck: Nicht mehr die Steigerung fossiler Förderquoten, sondern die Reduktion von Emissionen steht im Fokus. Während Kritiker befürchten, diese Neuausrichtung könne die Abkehr von fossilen Brennstoffen verzögern, werden zunehmend regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen, die die Speicherung von Kohlendioxid ermöglichen. Für Industrieunternehmen eröffnen sich damit Möglichkeiten, auch in emissionsintensiven Branchen wie Zement, Stahl oder Chemie nachhaltiger zu wirtschaften. Klare politische Weichenstellung In der Schweiz ist Carbon Capture and Storage politisch inzwischen klar abgestützt. Das Parlament hat 2024/25 eine Motion für eine nationale CCS-Rahmengesetzgebung angenommen, die vom Bundesrat ausdrücklich unterstützt wird. In der Folge ist ein eigenständiges Gesetz zu Abscheidung, Transport und Speicherung von CO₂ in Vorbereitung. Die Vernehmlassung ist für das zweite Quartal 2026 angekündigt, ein Inkrafttreten wird frühestens ab 2031 erwartet. Damit schafft die Schweiz schrittweise verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen für den Einsatz von CCS-Technologien. Risiken erkennen, Chancen nutzen Auch aus versicherungstechnischer Sicht ist CCS kein Neuland. Die Prozessschritte sind bekannt, geologische Besonderheiten bei der Tiefenspeicherung kalkulierbar. Wie bei jeder industriellen Grossanlage bestehen technische Risiken, die sich mit dem erforderlichen Knowhow und etablierten Standards jedoch verlässlich absichern lassen. Transparenz schafft Vertrauen Eine zentrale Voraussetzung bleibt dabei Transparenz: Detaillierte Projektdaten und ein frühzeitiger Informationsaustausch schaffen Vertrauen und erleichtern Risikobewertung, Finanzierung und gesellschaftliche Akzeptanz. Mit einem erfahrenen Partner wie HDI Global an ihrer Seite können Unternehmen so aus einer bewahrten Technologie echte Wettbewerbsvorteile ziehen und die nachhaltige Transformation der Industrie aktiv mitgestalten. Anders Olsson Risk Engineer HDI Global SE, Schweiz +41 44 265 48 90 Anders.Olsson@hdi.global Carbon Capture neu gedacht Vom fossilen Profit-Booster zum Klimaschutztool CO2-Abscheidung und -Speicherung: Bei CCS wird Kohlendioxid aus industriellen Prozessen aufgefangen, durch Pipelines oder Schiffe zu speziellen Speicherorten transportiert und anschliessend in unterirdischen Gesteinsschichten dauerhaft eingelagert. 19 HDI Berater 2026 | Ausgabe 18

202605 eXperts@HDI Online-Seminare HDI News: Der Newsletter von HDI Global Schweiz Seminare rund um die Versicherungswelt für Kunden, Vertriebspartner und Interessierte. Jetzt kostenlos anmelden Unser kostenloser E-Mail-Newsletter versorgt Sie regelmässig mit aktuellen Meldungen, Hintergrundinformationen und Branchen-News von HDI Global Schweiz. Jetzt anmelden: www.hdi.global/de-ch/ infocenter/hdi-news Ihre Standorte HDI GLOBAL SE, SCHWEIZ Standort Zürich Hardstrasse 201 8005 Zürich Telefon: +41 44 265 47 47 E-Mail: onlineservice@hdi.global Standort Lausanne Place Bel-Air 1 1006 Lausanne Telefon: +41 21 614 34 10 E-Mail: onlineservice-lausanne@hdi.global Ob aktuelle Studienergebnisse und interessante Analysen, innovative Produkte oder die wichtigsten Neuigkeiten der Industrie: In unserem Newsroom HDI Insights finden Sie regelmässig relevante Inhalte zu verschiedensten Themen. Besuchen Sie HDI Insights unter: www.hdi.global/insights Übrigens: Folgen Sie uns auch auf LinkedIn! www.linkedin.com/ company/hdiglobal-se Immer up to date – Nutzen Sie unseren HDI Newsroom «Insights»

RkJQdWJsaXNoZXIy MzE1MTgyMA==