„Wir verdoppeln unsere Ressourcen alle acht bis neun Jahre“, sagt Alexander Gilles. Der kaufmännische Leiter der Paul Horn GmbH beziffert die Investitionen von 2015 bis 2017 am Hauptstandort in Tübingen auf rund 70 Millionen Euro. Dort beschäftigt der Werkzeughersteller 1.000 Mitarbeiter, weitere 500 an den sieben ausländischen Standorten. Kunden sind vor allem Automobil-Zulieferer und -Fahrzeughersteller.


Betriebliche Werte steigen

In Zeiten anhaltenden Wirtschaftswachstums müssen viele Unternehmen die betrieblichen Weichen immer wieder neu stellen, um die sich bietenden Umsatzchancen zu realisieren. Auftragsboom, Firmenzukäufe und Auslandsexpansionen: Wachstum verlangt nach Investitionen. Unberücksichtigt bleibt jedoch häufig, dass mit dem Wachstum auch die betrieblichen Werte steigen.


Unternehmen können frühzeitig gegensteuern

Die Folge: Bei einem Großschaden sind die Sachwerte und die für Betriebsunterbrechungen (BU) nicht ausreichend abgesichert oder müssen erst aufwändig „plausibilisiert“ werden. Hier können Unternehmen gegensteuern. Denn belastbare Versicherungswerte fördern den Ablauf der Regulierung und helfen somit, die Fortführung des Betriebs zu sichern.


Großschäden haben vielfältige Ursachen

Vielfältige Szenarien führen zu Großschäden: ein Feuer in der Produktionshalle, ein Kabelbrand bei einer Engpassmaschine oder massive Überschwemmungen infolge anhaltenden Starkregens. Solche Risiken lassen sich nie gänzlich ausschließen. Im Ernstfall können sie dem betroffenen Unternehmen massive Schäden durch Umsatzrückgänge, Imageeinbußen und Kundenverluste zufügen und die betriebliche Zukunft gefährden.


Deckungsschutz reicht in die Zukunft

„Die Folgen eines Großschadens kann ein Unternehmen nicht allein schultern“, sagt Alexander Gilles. Dafür ist bereits im Vorfeld eine korrekte Summenermittlung der BU-Werte von zentraler Bedeutung. Das Geschäftsleitungsmitglied des Werkzeugherstellers lobt dabei Kompetenz und Pragmatismus der Risiko-Ingenieure von HDI Risk Consulting. So gelang es, die Versicherungssummen bezogen auf die Betriebsbereiche realistisch und vorausschauend einzuschätzen. Gilles: „Das gilt auch für die Absicherung des zukünftigen Wachstums.“


Zukünftigen Unternehmenserfolg bei der Summenermittlung berücksichtigen

Der künftige Unternehmenserfolg spielt bei der BU-Summenermittlung eine wichtige Rolle: Im Schadenfall wird der BU-Versicherungswert auf Basis der fixen Kosten und des Betriebsgewinns ermittelt. Die zuvor gemeldete Versicherungssumme muss mindestens diesem Wert entsprechen. Maßgeblich ist der Zeitraum, für den die Versicherungssumme bemessen ist, und das Ende des Unterbrechungsschadens.


BU-Summen großzügig festlegen

„Bei einer Haftzeit von 24 Monaten muss man bei der Festlegung der BU-Summen weit in die Zukunft blicken“, ergänzt Michael Schindler. Der Underwriter Sach bei HDI empfiehlt daher, die BU-Versicherungssumme großzügig zu bemessen. „Erweist sich der angesetzte Wert als zu hoch, wird durch die Korrekturmeldung des Ist-Zustandes die Differenz gewöhnlich komplett erstattet“, kommt er möglichen Befürchtungen von Kunden zuvor.


Schadenprävention wird effektiver

Häufig lassen sich die BU-Summen einfach anhand der Gewinn- und Verlustrechnung überprüfen. Alexander Gilles ergänzt: „Der Deckungsschutz wurde nun treffender auf die einzelnen Bereiche verteilt, sodass die gesamte Versicherungssumme etwas geringer ausfiel. Basierend auf dieser Transparenz können auch schadenpräventiv Entscheidungen über Schutzmaßnahmen effektiver getroffen werden.“


Für den Fall eines Großschadens vorsorgen

„Die Summenermittlung ist aufwendig, aber es lohnt sich“, betont der Kaufmännische Leiter des Werkzeugherstellers. Dabei denkt er auch an die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und deren Familien. „Ich habe jetzt ein deutlich besseres Gefühl bei dem Gedanken, dass unser Unternehmen von einem solchen ‚worst case‘ betroffen sein könnte“.


Gefahr einer Unterversicherung ausschließen

Die HDI Experten teilen diese Zuversicht und betonen: „Sobald die Sach- und BU-Summen korrekt ermittelt und vereinbart wurden, ist die Gefahr einer Unterversicherung für das Unternehmen nahezu ausgeschlossen.“ Zudem ist der Geschäftsführer vor Ansprüchen im Rahmen der Organhaftung geschützt. Beides setzt eines voraus: Das Verfahren muss immer wieder neu umgesetzt und die Versicherungswerte verifiziert werden. Denn mit der Unternehmensentwicklung verändern sich die betrieblichen Werte.


Häufige Fehler bei der Summenermittlung

  • Gewinne wurden bei Vertriebsgesellschaften erzielt, sind aber nicht berücksichtigt.
  • Betriebliche Kosten wurden abgezogen, sind aber im Schadenfall nicht variabel.
  • Trotz guter Geschäftsprognose wurden keine Sicherheitspuffer gebildet.
  • Wertansätze für Maschinen wurden nicht aktualisiert.
  • Betriebseinrichtungen wurden bei Gebäudewerten nicht korrekt abgegrenzt.
  • Gebäudewerte wurden nicht an den Preissteigerungsindex angepasst.
  • Das Anlagenverzeichnis wurde nicht um unnötige Positionen bereinigt.
  • Zuschläge für Installation wurden bei der Betriebseinrichtung nicht einberechnet.
  • BU-Summen wurden im Zuge wechselnder interner Zuständigkeiten nicht mehr aktualisiert.
  • Die Personalkosten wurden als variable Kosten von der BU-Versicherungssumme abgezogen.


Weitere Details, die Checkliste und die neue Risk Engineering Guideline „Business Continuity Management“ unter www.hdi.global/downloadcenter

Informationen zur BU-Analyse in unserem Highlightblatt

Informationen zum Schadenmanagement in unserer Broschüre


Stand der Informationen: September 2018