Nebel

Trotz insgesamt leicht rückläufiger Unfallzahlen stellt Nebel für Kraftfahrer ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Laut Statistischem Bundesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 242 durch Nebel bedingte Unfälle, bei denen 95 Personen schwer verletzt wurden. Durch vorausschauendes Fahren und Handeln können Kraftfahrer die Gefahren jedoch deutlich begrenzen.

 

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Langsam und weitsichtig fahren

Bei eingeschränkter Sicht heißt es: Fuß vom Gas nehmen, bremsbereit sein und vorausschauend fahren. Überholmanöver auf zweispurigen Landstraßen sind tabu. Erhöhte Aufmerksamkeit ist gefordert. Der Fahrzeuglenker sollte sich nicht durch ein Handy oder andere Geräte ablenken lassen.

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Mindestabstand einhalten

Bei Fahrten im Nebel gilt eine Faustformel: Mindestabstand gleich Fahrgeschwindigkeit. Ist das Fahrzeug also mit Tempo 50 unterwegs, sollte der Abstand zum Vordermann mindestens 50 Meter betragen. Eine hilfreiche Orientierung bieten die Leitpfosten, die auf Autobahnen und Landstraßen im Abstand von 50 Metern aufgestellt sind.

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Nebelschlussleuchte nur bei geringen Sichtweiten einschalten

Erst wenn die Sicht weniger als 50 Meter beträgt, darf der Fahrzeugführer die Nebelschlussleuchte einschalten. Wird die Sicht wieder besser, muss die Nebelschlussleuchte ausgeschaltet werden. So wird der nachfolgende Verkehr nicht geblendet und ein mögliches Verwarnungsgeld vermieden. Dessen Höhe kann nach Angaben des Automobilclubs ADAC bis zu 35 Euro betragen.

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Scheibenwischer nutzen und Scheinwerfer überprüfen

Bei länger anhaltendem Nebel empfiehlt es sich, regelmäßig den Scheibenwischer zu betätigen. Das verbessert die Sicht, weil die Front- und Heckscheiben von den Wassertropfen befreit werden, die der Nebel hinterlässt. Pausen und Tankstopps sollten dazu genutzt werden, Schmutz und Feuchtigkeit von Scheinwerfern und Leuchten zu beseitigen.

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Fernlicht vermeiden

Im Nebel sollten Kraftfahrer besser mit Abblendlicht fahren und auf Fernlicht verzichten. Selbst wenn das Fahrzeug über eine moderne Licht-Automatik verfügt, muss der Fahrer das Abblendlicht manuell einschalten. Denn die Sensoren erkennen Nebel oder diesiges Wetter nicht. Für eine bessere Sicht sorgen hingegen Nebelscheinwerfer. Sie streuen das Licht flach über die Straße und dürfen daher nicht nur bei Nebel, sondern auch bei starkem Regen genutzt werden.

Übrigens: Der Gesetzgeber schreibt nicht vor, wann Kraftfahrer mit Tagfahrlicht fahren dürfen. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse und der frühen Dämmerung reicht die Beleuchtung im Herbst und Winter aber meistens nicht aus. Dann sollte auch bei Fahrzeugen mit Licht-Automatik das Abblendlicht eingeschaltet werden, damit die Rückleuchten ebenfalls aktiviert sind. Vorgeschrieben ist dies bei erheblicher Sichtbehinderung. Laut Rechtsprechung ist das der Fall, wenn:

  • auf Autobahnen und Schnellverkehrsstraßen die Sicht unter 150 Metern liegt,
  • auf anderen außerörtlichen Straßen eine Sichtweite von 100 bis 120 Metern unterschritten wird oder
  • innerorts die Sichtweite geringer als 60 bis 70 Meter ausfällt.

Stand der Informationen: Oktober 2018