Wegfahrsperre

Es geschah nachts am Hauptsitz eines rheinischen Transportbetriebes: Mehrere Täter drangen in das umzäunte Firmengelände ein, brachen zwei Betonmischfahrzeuge auf und fuhren mit ihnen davon. „Die Täter bauten das Steuergerät für die werkseitig integrierte Wegfahrsperre aus und ersetzten es durch ein modifiziertes. Den zum Anlassen des Motors erforderlichen Fahrzeugschlüssel hatten die Täter bereits mittels eines sogenannten Transponders angelernt", beschreibt Michael Busch, Risiko-Ingenieur bei HRC, den Tathergang.


Fahrzeugdiebe überbrücken eingebaute Wegfahrsperren

Alternativ setzen die Fahrzeugdiebe sogenannte Immobilizer ein, um die eingebauten Wegfahrsperren zu überbrücken, berichtet Michael Busch weiter. Da die Betonmischer häufig nahe ungesicherter Kiesgruben stehen, haben die Täter ausreichend Zeit für ihr kriminelles Handwerk. „Meistens stecken organisierte Banden hinter solchen Diebstählen", so die Erfahrungen des HRC-Experten.


Organisierte Banden verschiffen Betonmischer nach Asien und Afrika

Die Kriminellen fingieren die Fahrzeugpapiere, lackieren die Betonmischer um und fälschen die Frachtpapiere. Dann werden die Betonmischer für Aufbauarbeiten nach Asien, Afrika oder den Nahen und Mittleren Osten verschifft. Die Fahrzeuge des mittelständischen Unternehmens für Betontransporte sind nie wieder aufgetaucht.


HRC-Lösung verlangt Code-Eingabe vom Fahrer

Da zuvor schon einmal zwei Fahrzeuge gestohlen wurden, wandte sich das Unternehmen auf der Suche nach einer wirksamen Sicherheitslösung an HRC. Gemeinsam mit einem Hersteller automotiver Audio- und Sicherheitssysteme entwickelten die Risiko-Ingenieure der HDI Tochtergesellschaft eine innovative Lösung: Durch den Einbau eines von außen nicht erkennbaren Moduls kann der Betonmischer erst nach Eingabe eines Codes gestartet werden. „Das Modul lässt sich weder überbrücken noch durch Jammer stören", betont Michael Busch. Die Fahrer geben den Code ein und starten das Fahrzeug ein paar Sekunden später.


Täter scheiterten bei weiteren Versuchen

Mittlerweile hat der rheinische Mittelständler fast seine komplette Fahrzeugflotte mit der zusätzlichen Wegfahrsperre ausgestattet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Zwei Mal versuchten Diebe erneut einen Betonmischer zu stehlen – vergeblich. „Seitdem die Module eingebaut sind, wurde kein Betonmischer mehr gestohlen", bestätigt der Geschäftsführer zufrieden. Der Risiko-Ingenieur ergänzt: „Die Module können auch in anderen Nutzfahrzeugen eingebaut werden."

Stand der Informationen: Oktober 2018