Gut jedes zweite von den 36.580 gestohlenen Fahrzeugen wurde nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) bis Ende 2017 nicht wieder aufgefunden. Die Zahl an kaskoversicherten Fahrzeugdiebstählen beziffert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in seinem kürzlich veröffentlichten Autodiebstahl-Report auf 17.493. Wie in den Vorjahren sahen es die Täter vor allem wieder auf die Marken Land Rover und Porsche ab sowie auf ausgewählte Modellreihen wie „Audi Q7“, „BWM X5“ und „Mercedes ML“.


Praktische Tipps für mehr Sicherheit

Laut BKA sind hoch professionelle und gut organisierte Banden bundesweit unterwegs. Die Täter brechen Fahrzeuge innerhalb von Minuten auf und verschiffen sie schließlich nach Osteuropa oder in weiter entfernte Regionen Südostasiens. HRC Experten geben Praxistipps, wie sich das Diebstahlrisiko deutlich verringern lässt:

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Alarmanlage nachträglich einbauen

Werkseitig montierte Alarmanlagen können Autodiebe schnell decodieren. Mehr Sicherheit bieten herstellerunabhängige Systeme. Sie überwachen nicht nur den Innenraum per Radarsensor, sondern legen quasi ein virtuelles Netz über das Fahrzeug. Kommt ihm der Dieb zu nahe, aktiviert dies die Blinker und löst ein kurzes Signal aus. Bricht der Täter das Fahrzeug dennoch auf, ertönt sofort ein Vollalarm, während der Halter via sogenanntem Pager per SMS informiert wird.

2

Keyless-Funkschlüssel gut abschirmen

Mithilfe eines Reichweiten-Verlängerers sind Autodiebe in der Lage, die Funksignale von Keyless-Öffnern aufzufangen, um Sekunden später mit dem Fahrzeug davonzufahren. Deshalb gilt: Den Keyless-Funkschlüssel nicht in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ablegen. Vielmehr empfiehlt es sich, den Schlüssel in einer speziellen Schutzfolie aufzubewahren oder noch besser in einem Sicherheits-Schlüsseletui (Nähere Infos zum „Keysafe“ erhalten Sie in Ihrer HDI Niederlassung).

3

Elektronische Wegfahrsperre installieren

Bereits von Herstellern eingebaute Wegfahrsperren stellen keinen ausreichenden Schutz gegen Diebstahl dar. Die Täter können diese Sperren mittels eines sogenannten Immobilizers vergleichsweise einfach umgehen. Der Einbau einer elektronischen CAN-Bus-Wegfahrsperre verhindert es dagegen, dass die Kriminellen mit dem aufgebrochenen Auto wegfahren können. Denn ohne Eingabe eines Codes lässt sich das Fahrzeug nicht fortbewegen.


Wo besteht die höchste Diebstahlgefahr?

Bundesweit erwies sich Berlin einmal mehr als Hauptstadt der Autodiebe: 4.620 Fahrzeuge wurden 2017 in der Metropole gestohlen. Es folgen Nordrhein-Westfalen und mit deutlichem Abstand Brandenburg und Sachsen. Am geringsten ist die Diebstahlgefahr in Thüringen, Bremen und im Saarland. Dort registrierten die Behörden 66 Delikte.


Schadenregulierung erreicht Rekordhöhe

Die Zahl der Autodiebstähle ist im Vorjahresvergleich insgesamt um mehr als vier Prozent gestiegen. Der wirtschaftliche Schaden erhöhte sich nach GDV-Angaben um acht Prozent auf fast 324 Millionen Euro. Der Grund: Die Kraftfahrtversicherer regulierten jeden Diebstahl im Durchschnitt in einer Höhe von rund 18.500 Euro – so viel wie noch nie.


Stand der Informationen: November 2018