„Wenige verheerende Stürme über weiten Teilen Deutschlands und viele lokale Unwetter mit Hagel und Starkregen prägen das Schadenjahr 2017“, sagt Wolfgang Weiler. „Es war erneut ein Jahr der extremen Ereignisse“, bewertet der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Ergebnisse des kürzlich veröffentlichten Naturgefahrenreports über die Schadenentwicklungen des vergangenen Jahres.


Starkregen und Hochwasser verursachten Schäden in Höhe von 300 Millionen Euro

Rund 90 Prozent der gesamten durch Naturgefahren verursachten Versicherungsschäden sind Stürmen und Hagel zuzuschreiben. Der verbleibende Schadenanteil in Höhe von zehn Prozent betrifft die extremen Wetterereignisse Starkregen und Hochwasser, die zusammen Schäden in Höhe von 300 Millionen Euro verursachten. Unterteilt nach Schadenbereichen entstanden mehr als zwei Drittel der Schäden an Wohngebäuden, Hausrat, Gewerbe, Industrie und in der Landwirtschaft. Schäden an Kraftfahrzeugen machten mit 860 Millionen Euro weniger als ein Drittel aus.


GDV erwartet außergewöhnlich schadenreiches Jahr 2018

Die Winterstürme des Jahreswechsels 2017/2018 verursachten nach GDV-Angaben außergewöhnlich hohe Schäden. Weiler betont: „Wir gehen davon aus, dass 2018 in die Liga der fünf schwersten Sturmjahre der letzten 20 Jahre fallen wird.“ In der Schadenbilanz der vergangenen zwei Jahrzehnte in Deutschland treten drei Naturkatastrophen mit Schäden von jeweils 1,6 bis zwei Milliarden Euro besonders deutlich hervor: das Hagelereignis „Andreas“ im Juli 2013, das Hochwasser im August 2002 sowie der Sturm „Kyrill“ im Jahr 2007.


Wie können Unternehmen mögliche Schäden im Vorfeld begrenzen?

„In Betrieben sollte sichergestellt werden, dass windbelastete Bau- und Gebäudeteile, wie Außenwände, Fassaden und Dachbauteile, möglichst zwei Mal im Jahr überprüft und gewartet werden“, sagt Wiebke Cundill, Risk Engineer Naturgefahren bei HDI Risk Consulting (HRC). Besonders kritisch sind bei Wohn- und Gewerbebauten die Dachüberstände und nachträgliche Anbauten wie Solar- oder Lüftungsanlagen. „Sie müssen ausreichend gesichert werden. Denn der Wind kann seine Sogwirkung hier besonders gut entfalten“, so der Rat von Dr. Jörg Ohlsen im aktuellen Naturgefahren-Report. Der HRC Geschäftsführer erstellte zusammen mit Fachleuten der Baubranche und anderen Versicherungsexperten den GDV-Leitfaden „Schutz vor Sturm“.


Was sollten Unternehmen tun, wenn Wetterdienste ein Sturmereignis ankündigen?

„Dann gilt es zeitnah den betrieblichen Notfallplan zu aktivieren und schrittweise umzusetzen“, betont Wiebke Cundill. Ein solcher Plan legt die Zuständigkeiten, Abläufe und erforderlichen Aktivitäten für den Ernstfall fest. Die HRC Experten unterstützen Unternehmen, solche Notfallpläne aufzustellen. Nur so lässt sich die Vorwarnzeit bis zum Eintreffen des Sturms effizient nutzen und bestehende Schadenpotenziale bestmöglich minimieren.

Weitere Informationen zu Naturgefahren lesen Sie in unserem Highlightblatt


Stand der Informationen: November 2018