Jeder Autofahrer kennt diese Situation: Ein direkt in Front fahrender Linien- oder Schulbus nähert sich einer Haltestelle, wird langsamer und hält an. Jetzt heißt es: Fuß vom Gas und vorsichtig an dem Bus vorbeifahren. Wenn nötig, halten und warten. Liegt die Haltestelle des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Fahrbahnmitte darf sie nur in Fahrtrichtung mit Schrittgeschwindigkeit passiert werden. Auch hier gilt unbedingt: Ausreichend Abstand halten, damit ein- und aussteigende Fahrgäste nicht behindert oder gar gefährdet werden.


Überholen, wenn der Bus das Warnblinklicht einschaltet?

Wie verhalten sich Autofahrer richtig, wenn der Busfahrer das Warnblinklicht einschaltet? Das kommt auf die konkrete Situation an: Sollte ein Bus während der Fahrt das Warnblinklicht eingeschaltet haben, gilt für alle anderen Verkehrsteilnehmer ein Überholverbot. Steht der Bus aber mit eingeschaltetem Warnblinklicht, wie dies an gefährlichen und entsprechend beschilderten Haltestellen der Fall ist, dürfen Autofahrer lediglich im Schritttempo vorbeifahren. Dies entspricht einer Geschwindigkeit von etwa sieben Stundenkilometern. Wie der Automobilklub ADAC weiter informiert, gilt diese Beschränkung auch für den Gegenverkehr. Wer schneller unterwegs ist als erlaubt, muss mit einem Bußgeld ab 15 Euro rechnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bushaltestelle mit einer separaten Haltebucht ausgestattet ist oder ob sie inner- bzw. außerhalb einer Ortschaft liegt.


Bussen eine schnelle Abfahrt ermöglichen

Wie ist die Situation, wenn die Busse anfahren? Dann müssen die anderen Verkehrsteilnehmer dem Bus eine schnelle Abfahrt ermöglichen und ihn in den fließenden Verkehr einfädeln lassen. Übrigens: Diese Regeln betreffen keine Fernbusse, die an einer Haltestelle am Straßenrand halten. Sie dürfen normal überholt werden. Es gelten nur die allgemeinen Bestimmungen zur Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

Stand der Informationen: November 2017