Ab dem 1. Juli 2018 sind auch Verteiler- und Nahverkehrsfahrzeuge, die Bundesautobahnen bislang nicht nutzen, von der Mautpflicht betroffen. Denn Lkw-Fahrer müssen dann auf Autobahnen und auf allen Bundesstraßen, einschließlich einspurig ausgebauter Strecken sowie Ortsdurchfahrten, die Lkw-Maut bezahlen.

Nach Angaben des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) umfasst das mautpflichtige Streckennetz damit rund 53.000 Kilometer. Ausgenommen bleiben lediglich zwei Streckenabschnitte:

  • die Bundesautobahn A 5 von der deutsch-schweizerischen Grenze und der deutsch-französischen Grenze bis zur Anschlussstelle Müllheim/Neuenburg in beiden Fahrtrichtungen,
  • die Bundesautobahn A 6 von der deutsch-französischen Grenze bis zur Anschlussstelle Saarbrücken-Fechingen in beiden Fahrtrichtungen.

Mautpflicht gilt für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht

Die rechtliche Grundlage bildet das „Vierte Gesetz zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes" (BFStrMG). Es trat am 31. März 2017 in Kraft. Demnach gelten die in der Anlage 1 des BFStrMG festgelegten Mautsätze für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) von mehr als 7,5 Tonnen. Ausgenommen bleiben weiterhin Einsatzfahrzeuge des Straßen- und Winterdienstes.


Ausnahmeregelung für landwirtschaftliche Fahrzeuge

Keine Mautpflicht besteht ab Juli für landwirtschaftliche Fahrzeuge im geschäftsmäßigen Güterverkehr, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit die Grenze von 40 Stundenkilometern nicht übersteigt. Laut BAG handelt es sich hierbei um Fahrzeuge von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie Lohnunternehmen wie zum Beispiel Traktoren und Geräteträger. Mautpflichtig sind hingegen herkömmliche Baumaschinen und geländegängige Lkw, die von Bauunternehmen etwa für Erdarbeiten oder im Bergbau eingesetzt werden.


Mautbetreiber bieten drei Bezahlmethoden an

Für viele bereits mautpflichtige Unternehmen besteht kein Handlungsbedarf, obwohl der Gesetzgeber den Geltungsbereich der Maut ausgeweitet hat. Voraussetzung ist, dass sie beim Mautbetreiber Toll Collect registriert und deren Lkw mit sogenannten On-Board Units (OBU) ausgerüstet sind. Wer hingegen erstmals eine Maut entrichten muss, hat drei Möglichkeiten, dieser gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen:

  • automatisches Einbuchen per OBU nach vorherigem Registrieren
  • einbuchen per App ohne Registrieren
  • online über PC, Smartphone oder Tablet einbuchen


Mautzahlungen werden durch Terminals und Kontrollsäulen überwacht

Der Mautbetreiber „Toll Collect“ stellt nach eigenen Angaben bundesweit rund 600 blaue, vier Meter hohe Kontrollsäulen auf und errichtet zudem rund 1.100 neue Mautstellen-Terminals. Bevorzugte Standorte sind Autohöfe, Rastplätze, Tankstellen sowie Plätze in der Nähe von Anschlussstellen im grenznahen Ausland. Außerdem wird durch mobile Kontrollen überprüft, ob Fahrer die Mautpflicht einhalten.

 

Weitere Informationen unter www.toll-collect.de

Fotos: Toll Collect
Stand der Informationen: Mai 2018