Welche besonderen Mehrwerte bietet das HDI Schadenmanagement für Industriekunden?

Ralf Goldstein, Head of Property Claims, HDI Global SE

Ralf Goldstein: Dank unserer dezentralen Aufstellung mit zahlreichen Niederlassungen in Deutschland sowie den lokalen HDI Gesellschaften und Netzwerkpartnern im Ausland sind wir fast überall auf der Welt vertreten. Das gilt für unser Underwriting, Risk-Engineering und Schadenmanagement gleichermaßen. Entsprechend arbeiten wir Hand in Hand. Gerade im Schadenfall ist es für uns ein Schlüsselfaktor, dass unsere Kunden immer auf ihren persönlichen Ansprechpartner zugreifen können. Das ist besonders bei Großschäden entscheidend, die oft abseits der eigentlichen Schadenstelle zu weiteren, teils sogar erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Daher liegt unser Fokus immer auf der Begrenzung des Schadenausmaßes. Dabei setzen wir darauf, alle drohenden Szenarien zusammen mit unseren Kunden schnellstmöglich zu erarbeiten und zu analysieren.


Industrieunternehmen sind oft stark international vernetzt. Welche Bedeutung hat dies für die betriebliche Risikosituation?

Just-in-sequence-Produktionen, stark vernetzte Lieferketten und Industrie 4.0 sind längst Normalität geworden. Dadurch kann ein Schaden an einem Standort auch andere eigene Standorte sogar über die Ländergrenzen hinaus lahmlegen, weil wichtige Zwischenprodukte nicht mehr verfügbar sind. Diesen Szenarien begegnen wir häufig, und sie können existenzgefährdend sein. Dies gilt insbesondere, wenn Abnehmer und Zulieferer aufgrund der Betriebsunterbrechung und daraus resultierender Lieferunterbrechungen dauerhaft verloren gehen.

Ein weitreichendes Business Continuity Management eines Kunden hilft dementsprechend also auch im Schadenfall, schnell und zielgerichtet Produktionsausfälle einzugrenzen und die eigene Marktposition dauerhaft zu sichern.


Können Sie auch weltweit sicherstellen, dass die Spezialisten schnell vor Ort sind, um die nötigen Maßnahmen umzusetzen?

Unser Schadenteam ist global aufgestellt. So ist immer ein Ansprechpartner vor Ort, der länderspezifische Besonderheiten kennt und ein Team mit den richtigen Experten zusammenstellt. Wir greifen auf ein internationales Netzwerk von Sachverständigen, Loss Adjustern, Sanierungsfachfirmen und anderen Servicepartnern zu. Die Kunden treffen damit auf Experten, mit denen sie „in der gleichen Sprache" diskutieren können. Das erleichtert es uns, verbindliche Entscheidungen zu treffen und beispielsweise Entschädigungsleistungen schnell freizugeben.


Spielt es eine Rolle, in welchem Land das Unternehmen beheimatet ist?

Für uns als weltweit aktiver Industrieversicherer nicht, aus rein regulatorischer Sicht aber schon. So kann zum Beispiel aus Deutschland heraus kein weltweiter Versicherungsschutz angeboten werden. Nur innerhalb der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) lässt sich der Versichersicherungsort auf der Basis von FOS-Policen (Freedom of Service) individuell auf alle EU-/EWR-Staaten ausdehnen. Auch die Regulierung ist dann aus dem „Heimatland des Kunden" heraus grenzübergreifend möglich.


Und wie ist die Situation außerhalb der europäischen Grenzen?

Bei global agierenden Unternehmen installieren wir gewöhnlich ein Internationales Versicherungsprogramm. Neben dem Stammland des Kunden wird der Versicherungsschutz dadurch auch für jene Länder vereinbart, in denen das Unternehmen noch vertreten ist. Diese lokalen Policen stellen wir oder unsere Netzwerkpartner vor Ort auf Basis der lokalen gesetzlichen Regularien aus. Ereignen sich dort Schäden, werden diese im Rahmen der lokalen Policen genauso professionell gemanagt wie in Deutschland und Europa.

 

Stand der Informationen: Mai 2018