Die Industrieversicherung steigerte die gebuchten Bruttoprämien im Gesamtjahr 2018 um fünf Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Zuwächse gab es unter anderem in den Bereichen Haftpflicht und Transport. Rund 64 Prozent des Prämienvolumens wurden im vergangenen Jahr im Ausland erwirtschaftet – damit hat der Bereich seine für 2019 gesteckte Zielquote in Höhe von 65 Prozent bereits fast vollständig erreicht. Der Selbstbehalt stieg im Einklang mit der Strategie deutlich auf 58,6 Prozent (Vorjahr 55,2 Prozent).


Waldbrände in Kalifornien verursachten die größten Schäden

Der Industrieversicherer litt unter Großschäden in der Feuerversicherung und in der Technischen Versicherung sowie einer hohen Frequenzschadenlast in den Sachversicherungssparten. Größtes Schadenereignis 2018 in der Talanx-Gruppe waren die Waldbrände in Kalifornien im November und Dezember. Zusammengefasst erreichten sie ein Schadenvolumen von fast 200 Millionen Euro. Danach folgen der Taifun „Jebi" in Japan und Schäden infolge des Starkregens in Kolumbien. Aufgrund der außerordentlichen Schadenbelastung verschlechterte sich im Geschäftsbereich Industrieversicherung die Schaden-/Kostenquote im Gesamtjahr auf 109,1 (108,5) Prozent.


Von Menschen verursachte Brandschäden nahmen zu

Zwar fiel die Belastung durch Naturkatastrophen in der Industrieversicherung trotz des Starkregens in Kolumbien, des Wintersturms Friederike und des Hurrikans Florence mit 96 (232) Millionen Euro deutlich geringer aus. Gleichzeitig sorgte die Häufung so genannter Man-made-Schäden in der Feuerversicherung für einen Anstieg der Belastung auf 281 (249) Millionen Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis verschlechterte sich in der Folge auf -240 (-207) Millionen Euro.


Programm 20/20/20 zur Sanierung der Feuerversicherung schreitet zügig voran

Die Umsetzung des Mitte vergangenen Jahres gestarteten Programms „20/20/20" zur Sanierung der Feuerversicherung kommt schneller als geplant voran. So sind per Anfang März bereits knapp 90 Prozent der bis 2020 mindestens angestrebten Preiserhöhungen mit den jeweiligen Kunden fix vereinbart. Positive Effekte auf die Geschäftsentwicklung werden sich bereits im laufenden Jahr zeigen – 2019 rechnet die Industrieversicherung mit einem in etwa ausgeglichenen versicherungstechnischen Ergebnis. Hingegen ging das Kapitalanlageergebnis um 13 Prozent auf 242 (276) Millionen Euro zurück. Im Gesamtjahr erzielte die Industrieversicherung ein EBIT in Höhe von 11 (109) Euro. Der Beitrag zum Konzernergebnis lag bei -16 (91) Millionen Euro.


Ergebnisanstieg trotz Minus in der Industrieversicherung

Die Talanx-Gruppe erhöhte die Prämieneinnahmen um sechs Prozent auf 34,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte fiel das Plus mit neun Prozent sogar annähernd zweistellig aus. Dank operativer Verbesserungen im Privat- und Firmenkundengeschäft im In- und Ausland sowie in der Rückversicherung stieg das Ergebnis insgesamt und überkompensierte den Ergebnisrückgang in der Industrieversicherung. Das operative Ergebnis erhöhte sich im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro, das Konzernergebnis stieg um fünf Prozent auf 703 Millionen Euro. Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG, sagte: „Wir sind überzeugt, dass wir Talanx in den kommenden Jahren noch agiler, wachstumsorientierter und ertragsstärker aufstellen werden. Die Basis hierfür bildet unsere im Oktober vorgestellte, weiterentwickelte Strategie, in deren Rahmen wir uns noch ambitioniertere Ziele gegeben haben.“


Stand der Informationen: März 2019