Mitunter reicht ein technischer Kurzschluss: Wenige Sekunden später steht ein Produktionsbereich in Flammen. Auch eine Staubexplosion kann ebenso schnell einen Brand auslösen oder ein Mitarbeiter, der durch eine Unaufmerksamkeit beim Schweißen einen gefährlichen Funkenschlag auslöst. Die Folgen solcher Schadenfälle sind gravierend: Die betroffenen Produktionsbereiche fallen auf einen Schlag aus. Oftmals liegt der gesamte Geschäftsbetrieb danieder. Gleichzeitig belasten Umsatzausfälle und hohe Sanierungskosten die Zahlungsfähigkeit. Kundenaufträge sind gefährdet, der Imageschaden ist immens.


Brandschutzkonzept erstellen, Risikomanagement aufbauen

„Durch frühzeitige Schadenprävention lassen sich Brand- und Explosionsrisiken spürbar verringern. Gleichzeitig wird das Schadenausmaß in einem möglichen Ernstfall soweit begrenzt, dass das Unternehmen die Folgen verkraften kann", betont Dr. Michael Buser, Leiter Property bei HDI Risk Consulting. Industriebetriebe sollten daher ein Risikomanagement aufbauen und in diesem Zuge ein Brandschutzkonzept erstellen.

Letzteres verfolgt drei zentrale Ziele:

 

1

Anlagentechnischer Brandschutz:

Technische Einrichtungen einsetzen, wie zum Beispiel Sprinkler- und Brandmeldeanlagen.
Ergebnis: Das Feuer wird sofort beim Ausbruch bekämpft und Einsatzkräfte werden frühzeitig alarmiert.

2

Baulicher Brandschutz:

Bauliche Maßnahmen umsetzen, beispielsweise Produktionsbereiche räumlich voneinander trennen.
Ergebnis: Nach einem Brandausbruch breitet sich das Feuer schwerer aus.

3

Organisatorischer Brandschutz

Organisatorische und personelle Maßnahmen durchführen, wie die Belegschaft regelmäßig schulen.
Ergebnis: Die Gefahr eines Brandausbruchs sinkt, und im Ernstfall sind die Mitarbeiter sofort handlungsfähig.


Gefahr von Betriebsunterbrechungen eindämmen

Brandschutzkonzept und betriebliches Risikomanagement erstrecken sich idealerweise auf alle Standorte des Unternehmens weltweit. Vor Ort identifizieren, analysieren und bewerten Risiko-Ingenieure die unterschiedlichen Gefährdungslagen. Sie untersuchen, wie sich verschiedene Schadenszenarien auf die betrieblichen Sachwerte und die Produktionsfähigkeit auswirken können. Dabei geht es auch um die Gefahr von Betriebsunterbrechungen: Nach einem Schadenfall führen produktionstechnische Engpässe, Abhängigkeiten zu Lieferanten und Wechselwirkungen zwischen den Unternehmensbereichen häufig zu einem zeitweiligen oder länger anhaltenden Betriebsstillstand.


Individuelle Maßnahmen zur Schadenprävention

„Auf Basis der Analyseergebnisse und der ermittelten Verbesserungspotenziale schlagen wir unseren Kunden konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung vor", sagt Dr. Buser. Die Vorschläge bauen auf HRC Standards auf und berücksichtigen individuelle betriebliche Anforderungen sowohl am Heimatstandort als auch an den ausländischen Niederlassungen. Im Ergebnis verringert sich so die Wahrscheinlichkeit eines Schadenfalls deutlich, während das Unternehmen gleichzeitig bestmöglich auf den Ernstfall vorbereitet ist. 

Weitere Informationen zur Schadenprävention in unseren Risk Engineering Guidelines.

 

Stand der Informationen: Juni 2018