In der Arbeitswelt sind belastende Arbeitsfaktoren weit verbreitet: Acht von zehn Beschäftigten in Deutschland berichten davon, dass sie entweder von Termindruck, Informationsflut, körperlicher Anstrengung oder unangenehmen Umfeldbedingungen wie Hitze, Kälte oder Lärm betroffen sind. Mit einer Quote von 60 Prozent werden Termindruck und Multitasking am häufigsten genannt. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), für die mehr als 7.000 Beschäftigte und rund 1.000 Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern befragt wurden.


Betrieblicher Gesundheitsschutz hoch im Kurs

Gleichzeitig steuern 80 Prozent der Betriebe dagegen. Sie bieten beispielsweise Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit der Beschäftigten an, die über die gesetzlich verpflichtenden Anforderungen hinausgehen. So analysiert mehr als die Hälfte der Betriebe den Krankenstand im Betrieb. Je ein Drittel führt Mitarbeiterbefragungen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz durch oder hat innerbetriebliche Angebote wie etwa eine aktive Pausengestaltung, Betriebssport oder Gesundheitstage. Schulungen und Beratungen werden von mehr als 25 Prozent der Betriebe angeboten, externe Gesundheitsangebote von einem Sechstel finanziell unterstützt.


Belastende Arbeitsfaktoren erhöhen nicht den Krankenstand

„Auf Dauer können körperliche und psychische Belastungen am Arbeitsplatz ein Gesundheitsrisiko darstellen. Zwar sind Beschäftigte, die von Termindruck und Multitasking oder von einer schwer zu bewältigenden Menge an Information berichten, nicht häufiger krank als andere Beschäftigte; sie äußern aber zum Befragungszeitpunkt ein schlechteres allgemeines Wohlbefinden“, schreiben die IAB-Forscher in der Studie. Durch das Angebot von Gesundheitsmaßnahmen können Betriebe ihren Beschäftigten zeigen, dass sie sich der bestehenden Belastungen bewusst sind und auf diese reagieren, heißt es weiter. Demnach sind Arbeitnehmer in Betrieben, die das gesundheitsbewusste Verhalten ihrer Mitarbeiter fördern, im Durchschnitt zufriedener. Für die Arbeitsmarktforscher stellt Gesundheitsförderung aber nur einen Teilaspekt guter Personalführung dar und bestimmt damit letztlich auch nur einen Teil der subjektiv empfundenen Arbeitsqualität von Beschäftigten.


Förderung von Arbeitnehmern stärkt betriebliche Bindung

Neben dem richtigen Umgang mit potenziellen Belastungen bei der Arbeit hängt die Arbeitsqualität laut IAB maßgeblich mit Entwicklungsförderung und Wertschätzung durch den Betrieb zusammen. Ihr Resümee: „Beschäftigte in Betrieben, die dies in ihren Personalmaßnahmen berücksichtigen, sind zufriedener und engagierter, fühlen sich stärker ihrem Arbeitgeber verbunden und denken deutlich seltener über einen Arbeitgeberwechsel nach.“

Stand der Information: Juli 2016