Welche Rechte und Pflichten bestehen bei der Dienstwagenüberlassung und Car Policy? Welche Kontrollen sind im Rahmen der Unfall-Verhütungsvorschriften (UVV) erforderlich und worauf ist dabei im Hinblick auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten zu achten? Diese Themen standen u. a. im Mittelpunkt des ersten Tages des HDI Kraftfahrt-Workshops bei Enercon in Aurich. HDI Risk-Consulting-Berater Michael Rieger hatte im Vorfeld Fuhrpark-Regelungswerke des Herstellers von Windkraftanlagen geprüft und die Ergebnisse den teils über 20 teilnehmenden Enercon-Mitarbeitern aus den Fuhrparkfachbereichen Einkauf und Service vorgestellt.


Praktische Übungen zur Abfahrtskontrolle

Dem Hersteller im Bereich Erneuerbare Energien war auch ein aktueller Marktüberblick über Elektrofahrzeuge wichtig, zumal diese bei Enercon auch mit dem Strom eigener Windkraftanlagen aufgeladen werden. Den Schwerpunkt des vom Kunden beauftragten Workshops bildeten am zweiten Tag praktische Übungen zu drei zentralen Bereichen der UVV. Anhand einer Checkliste führten die Fahrer eine Abfahrtskontrolle durch, angefangen bei der Überprüfung des Reifenzustands bis hin zur Funktionsfähigkeit von Lichtanlage und Bremsen. „Eine regelmäßige Kontrolle sichert die Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge und vermeidet Standzeiten, sofern etwaige Mängel sofort der Fuhrparkleitung gemeldet werden“, weiß Diedrich Reck, Inhaber der gleichnamigen Fahrschule in Aurich und HDI Netzwerkpartner, aus Erfahrung.

Diedrich Reck prüft den Reifenzustand im Rahmen der Abfahrtskontrolle


„Aha-Effekt“ beim Nachtragen von Lenk- und Ruhezeiten

Theoretisch und praktisch wurde der Einsatz von Digitalen Tachographen zur Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten geschult. „Besonders das nicht immer ganz einfache, aber zwingend erforderliche Nachtragen von Lenk- oder Pausenzeiten stieß bei den Mitarbeitern auf reges Interesse und erzeugte manchen Aha-Effekt“, berichtet Michael Rieger. Seit März 2016 müssen Neufahrzeuge u. a. über GPS-fähige Digitale Tachographen verfügen, sodass die Bewegungszeiten ständig erfasst werden. Alle älteren Fahrzeuge müssen innerhalb von drei Jahren entsprechend nachgerüstet werden.


Ladungssicherung auch auf kurzen Strecken wichtig

In praktischen Übungen haben die Fahrer auch Maßnahmen zur Ladungssicherung umgesetzt. Beispielsweise wurden Werkzeuge und Maschinen mit Zurrgurten gesichert und Ersatzteile in Schubläden verstaut. „Auch bei Transportern und auf kurzen Strecken sollte darauf geachtet werden“, sagte Diedrich Reck und verwies darauf, dass z. B. ein Gegenstand mit einem Gewicht von nur 20 Kilogramm bei einer Geschwindigkeit von bereits 50 Stundenkilometern eine Aufprallwucht von 1.000 Kilogramm erzeugt.

Der Mix aus Theorie und Praxis kam bei den Teilnehmern gut an und dürfte künftig die Effizienz im Fuhrparkmanagement ebenso erhöhen wie die Fahrsicherheit bei Einsätzen vor Ort.

Ausführliche Informationen lesen Sie in den Kraftfahrt-Fachinformationen über die UVV sowie zum Thema Lenk- und Ruhezeiten

Stand der Information: Juli 2016