„Am aktuellen Aufschwung der deutschen Binnenwirtschaft kann die Industrie nur bedingt teilhaben“, stellte Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) fest. Während Baugewerbe und Dienstleister ihre Geschäftslage so gut wie noch nie einschätzen, bleibt die Stimmung in der Industrie gedämpft. Zu diesen Ergebnissen kommt der jüngst erschienene DIHK Industriereport 2016.


Exporterwartungen liegen unterhalb des langjährigen Durchschnitts

Als wichtigen Grund für die getrübte Stimmung nannte Treier die Belastungen durch das flaue Außengeschäft: So liegen die Exporterwartungen der Industrie weit unter dem langjährigen Durchschnitt der Umfrage. Vor allem der Fahrzeug- und der Maschinenbau sehen wenige außenwirtschaftliche Lichtblicke. Der jüngste Kursanstieg des US-Dollars, der deutsche Exporte billiger macht, reicht demnach nicht aus, um den Ausfuhren echten Schwung zu verleihen. „Mehr als zwei Prozent Exportwachstum sind daher auch 2017 nicht drin“, betonte der stellvertretende DIHK-Chef.


Brexit, Euro und Protektionismus bereiten Sorgen

Die Gründe sind laut Umfrage vielfältig: Die Sorgen der Betriebe um die Fachkräftesicherung steigen auf Rekordwerte. Gleichzeitig hält sich das Geschäftsrisiko wachsender Arbeitskosten nahe an seinem Höchststand. Hinsichtlich der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen beunruhigen drohende Instabilitäten, der Brexit, die Zukunft des Euro, die Zunahme nationalistischer Strömungen sowie aufkommender Protektionismus.


Mindestens 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze in 2017

Eine positive Überraschung stellen laut Treier hingegen die Beschäftigungspläne im Verarbeitenden Gewerbe dar. Der Umfrage zufolge planen etwa die Hersteller von Konsumgütern, wie Lebensmitteln, Möbeln oder Pharmaprodukten, zusätzlich Personal einzustellen. „Nachdem die Industrie in den letzten fünf Jahren bereits über 350.000 neue Stellen geschaffen hat, plant sie weiterhin expansiv“, resümiert Treier und schlussfolgert: „2017 dürfte es zu einem Plus von zumindest 30.000 Arbeitsplätzen kommen.“

Hier geht es zum DIHK-Industriereport 2016

Stand der Informationen: Januar 2017