Drohnen erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Mit dem verstärkten Einsatz sind allerdings auch Risiken verbunden. Schließlich geht es um die Sicherheit im Luftraum. Mit der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ hat das Bundeskabinett Mitte dieses Monats insbesondere Flugverbote, Kennzeichnungspflichten und Anforderungen an Drohnenbesitzer beschlossen. Damit sollen vor allem Abstürze, Unfälle und Eingriffe der Fluggeräte in die Privatsphäre von Bürgern vermieden werden, heißt es.


Drohnenbesitzer brauchen künftig einen „Kenntnisnachweis“

Im Einzelnen geht es um folgende Regelungen für ausschließlich privat genutzte Flugmodelle bzw. unbemannte Luftfahrtsysteme, die auch zu gewerblichen Zwecken eingesetzt werden:

  • Alle Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme mit mehr als 250 Gramm Gewicht müssen künftig mit einer Plakette gekennzeichnet sein. Auf dieser sollen Namen und Adresse des Drohnenbesitzers angegeben sein, damit dieser im Schadenfall schnell kontaktiert werden kann.
  • Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ab fünf Kilogramm Gewicht sowie für den Betrieb bei Nacht ist künftig eine Erlaubnis erforderlich. Diese kann von den Landesluftfahrtbehörden erteilt werden.
  • Betreiber von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ab zwei Kilogramm Gewicht benötigen künftig einen „Kenntnisnachweis“. Dieser Nachweis kann durch eine gültige Pilotenlizenz oder eine Bescheinigung erbracht werden. Für letztgenannte müssen Nutzer eine Prüfung bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle ablegen. Dies soll auch online möglich sein. Das voraussichtliche Mindestalter liegt bei 16 Jahren. Die Bescheinigung soll fünf Jahre gelten.
  • Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme unter fünf Kilo Gewicht dürfen insbesondere nicht in Höhen von über 100 Metern sowie außer Sichtweite geflogen werden. Tabu sind zudem Flüge über sensiblen Bereichen wie Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften, Naturschutzgebiete und Menschenansammlungen.

Ausdrücklich weist der Gesetzgeber auf mögliche Ausnahmen hin. So können die Behörden Flüge zulassen, wenn sie weder den Luftverkehr noch die öffentliche Sicherheit gefährden. Dabei sind Aspekte des Daten-, Natur- und Fluglärm-Schutzes „angemessen zu berücksichtigen“. Das Betriebsverbot gilt nicht auf Modellflugplätzen. Dort ist auch kein „Kenntnisnachweis“ erforderlich. Bevor die Regelungen in Kraft treten können, muss sich der Bundesrat mit dem Thema auseinandersetzen.


HDI befürwortet grundsätzlich strengere Regeln für Drohnen

Dr. Alexander Malik, HDI Experte für Versicherungen der Luftfahrtindustrie, begrüßt die Einführung von strengeren Regeln für Drohnen: „Mit einer Kennzeichnungspflicht ist der Halter erkennbar und somit im Schadenfall auch derjenige, der dafür haftet. Damit wird das Risikobewusstsein der Halter geschärft, es dient zudem dem Opferschutz. Zusammen mit den weiteren Regelungen wie beispielsweise die Erlaubnispflicht und der Kenntnisnachweis erhöht sich insgesamt die Sicherheit.

Nach Einschätzung des HDI Experten ergeben sich für diese Zukunftstechnologie zudem neue Chancen, wenn gewerbliche Nutzer für den Betrieb einer Drohne mit einem Gewicht von weniger als fünf Kilogramm künftig keine Erlaubnis mehr benötigen und mit einer speziellen Erlaubnis den Flugkorridor ab 100 Meter Höhe nutzen können. Dr. Alexander Malik weiter: „Für die Modellfliegerei bedeuten die Neuregelungen allerdings weitere Einschränkungen, wie zum Beispiel die Flughöhenbeschränkung beim Betrieb von Modellflugzeugen außerhalb von Modellflugplätzen.“

Stand der Informationen: Januar 2017