Im weltweiten Außenhandel ist es seit Jahrzehnten gelebte Praxis: Transportverpackungen aus Massivholz unterliegen dem „Internationalen Standard für pflanzengesundheitliche Maßnahmen“ (ISPM 15). Bereits seit 2002 muss das Holz daher wärmebehandelt werden (siehe Kasten). Dies verhindert, dass sich Würmer und Käfer einnisten können. Der Wald des Einfuhrlandes wird so vor einem Schädlingsbefall geschützt.


Schon leichte Mängel verhindern eine Einfuhr in die USA

Nach Angaben des Bundesverbandes Holzpackmittel Paletten Exportverpackung e. V. (HPE) kontrolliert der amerikanische Zoll diese Einfuhrvorschriften seit Kurzem jedoch auffallend streng. Schon folgende Beanstandungen führen dazu, dass die Kontrolleure die betreffende Lieferung nicht ins Land lassen:

  • Die ISPM 15-Kennzeichnung fehlt oder ist fehlerhaft.
  • Die ISPM 15-Kennzeichnung ist unsauber aufgedruckt, sodass eine Rahmenecke fehlt oder der Aufdruck zwar leicht verschwommen, aber leserlich ist.
  • Die Holzverpackung wurde sichtbar von Insekten befallen.

Komplette Lieferungen werden auch bei Teilbeanstandungen an der Grenze abgewiesen

Laut HPE werden Schiffsladungen bereits auf See begutachtet. Stellt der Zoll derartige Mängel fest, verweigert er den Schiffen in den Hafen einzulaufen. Ebenso weisen die Kontrolleure komplette Lieferungen bereits zurück, wenn lediglich Teilladungen eines Schiffsfrachtbriefes, dem sogenannten Bill of Load, zu beanstanden sind. Der Zoll verzichtet häufig darauf, die beanstandeten Güter in Quarantäne zu setzen, um die Mängeluntersuchungen abzuwarten. Stattdessen verlangt er die umgehende Rückführung – und ordnet unabhängig vom Importweg an, ob dies per Luft- oder Seefracht geschehen soll.


Für Lieferanten entstehen erhebliche Folgekosten

Nach Einschätzung von Experten sind inzwischen Warenwerte in mehrfacher Millionenhöhe von diesen erhöhten Zollanforderungen betroffen – und das branchenübergreifend. Den betreffenden Spediteuren und Lieferanten entstehen durch Maßnahmen zur Mängelbeseitigung und Rücktransporte erhebliche Folgekosten. Ebenso müssen sie mit Ärger und hohen Vertragsstrafen durch die Abnehmer rechnen. Denn dort ist ein reibungsloser Produktionsverlauf nicht möglich, wenn wichtige Komponenten fehlen.


Risiken proaktiv durch Kundengespräche begrenzen

„Wir empfehlen unseren Kunden, die Einfuhrbestimmungen genauestens zu befolgen und ihrerseits vorab das Gespräch mit ihren Kunden, Lieferanten und den Behörden zu suchen, um bestehende Risiken bestmöglich abzufedern“, sagt Markus Ebest, Risiko-Ingenieur bei HDI Risk Consulting. Generell ist es ratsam, ausschließlich standardgemäße Holzverpackungen einzusetzen und die betreffenden Nachweise bei Lieferanten einzufordern. Diese Belege und Zertifikate sollten den Lieferpapieren stets beigelegt werden.


Hintergrund

Der ISPM 15-Standard

Die internationale Vorschrift gilt für Nadel- und Laubhölzer, die mindestens sechs Millimeter dick sind und als Verpackungs- oder Staumaterial genutzt werden. Das Holz muss entrindet und vorschriftsgemäß behandelt sein. Innerhalb der Europäischen Union wird es hierfür bis zu seinem Kern mindestens 30 Minuten lang auf 56 Grad Celsius erhitzt, um eingenistete Schädlinge abzutöten. Die Kennzeichnung der Verpackung bestätigt diese Maßnahmen.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an Markus Ebest, Tel.: 0511 / 645-59503 oder per Mail an: Markus.Ebest@hdi.global



Stand der Informationen: Februar 2019