Knapp 60 Prozent der etablierten Unternehmen unterschiedlicher Branchen stellen fest, dass IT- oder Internet-Unternehmen auf die eigenen angestammten Märkte drängen. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 48 Prozent. Zwar meinen nur 28 Prozent der Befragten, dass die IT-Spezialisten mit innovativen Lösungen überrascht hätten. Gleichzeitig bestätigt aber jedes achte Unternehmen, dass eigene Produkte oder Services durch ein digitales Angebot der Konkurrenz ersetzt wurden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen branchenübergreifenden Unternehmensbefragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.


„IT-Unternehmen reagieren schneller auf verändertes Kundenverhalten“

Von zehn befragten Unternehmen meinen vier bis fünf, dass sich die IT-Konkurrenz besser in der digitalen Welt auskennt, die entsprechenden Vertriebswege mehr beherrscht und über eine größere Finanzkraft verfügt. So stellt jeweils rund jeder vierte Befragte fest, dass IT-Unternehmen neue Technologien schneller für sich zu nutzen bzw. auf verändertes Kundenverhalten zügiger reagieren können. „Eine wichtige Voraussetzung ist, dass etablierte Gesellschaften in allen Branchen eigene Digitalkompetenz aufbauen und ihre Unternehmensabläufe an das Innovationstempo der digitalen Welt anpassen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.


Dienstleister aktuell stärker gefordert als Fertigungsindustrie

Von innovativen Angeboten der IT-Unternehmen fühlen sich vor allem Dienstleister herausgefordert: Vier von zehn gaben an, dass die neue Konkurrenz mit ihren Produkten überrascht habe. Während 18 Prozent der Dienstleister feststellten, dass bereits ein eigenes durch ein digitales Angebot eines IT-Unternehmens verdrängt worden sei, beklagen dies in der Industrie lediglich sechs Prozent. Rohleder betont daher: „Gerade die Industrie sieht aktuell Wettbewerber aus der IT-Branche mit einer gewissen Gelassenheit. Neue Technologien, wie der 3D-Druck oder Entwicklungen, wie wir sie in der Automobilindustrie hin zu Elektro-Fahrzeugen und autonomen Autos sehen, können auch hier in kurzer Zeit zu gravierenden Veränderungen führen.“

Stand der Informationen: Februar 2017