Seit den Geheimdienstskandalen in den USA um die Überwachungsprogramme der National Security Agency (NSA) ist die Sensibilität der deutschen Wirtschaft in puncto Datenschutz massiv gestiegen. Für 91 Prozent der befragten Manager stellt er daher das wichtigste IT-Sicherheitsthema des Jahres 2017 dar. Zwar gebe es laut Einschätzung der meisten Befragten keinen sicheren Schutz vor Spähattacken. Dennoch rechnen mehr als zwei Drittel mit verstärkten Abwehrmaßnahmen seitens der deutschen Wirtschaft. Zu diesen Ergebnissen kommt der Report „IT-Sicherheit und Datenschutz 2017“, den die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) herausgebracht hat. Hierfür wurden hundert Fach- und Führungskräften vornehmlich aus mittelständischen Unternehmen in Deutschland befragt.


Smartphones, Tablets und die eigenen Mitarbeiter im Fokus

Mit Quoten von über 80 Prozent sind die Abschottung von Smartphones und Tablets, der Schutz vor Datendiebstahl durch die eigenen Mitarbeiter im Unternehmen sowie die Sicherheit bei Cloud Computing weitere Kernthemen für die IT-Sicherheit. Für 79 Prozent spielt es bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters eine entscheidende Rolle, welcher Datenschutzgesetzgebung er unterliegt. So bevorzugen fast alle Befragten den deutschen Datenschutz. Genau 87 Prozent genügt der Standard der Europäischen Union. Lediglich sieben Prozent geben sich mit dem US-amerikanischen Datenschutzniveau zufrieden.


Schutz vor Hackern und Ransomware

Den Schutz vor Hackerangriffen stufen 78 Prozent der Fach- und Führungskräfte als eine Kernaufgabe der IT-Sicherheit im kommenden Jahr ein. Damit stehen diese Anforderungen deutlich hinter denen des Datenschutzes und der Absicherung von Datendiebstahl aus den eigenen Reihen. Immerhin teilen drei Viertel die Erkenntnis, dass Ransomware eine wachsende Bedrohung darstellt. Bei diesen Angriffsszenarien auf betriebliche IT-Systeme werden die Daten auf einem Rechner verschlüsselt und der rechtmäßige Besitzer erpresst, Geld zu zahlen, um wieder über die Daten verfügen zu können.


Compliance wichtiger als soziale Netzwerke

Für das Gros von 79 Prozent der Fach- und Führungskräfte stellt die Einhaltung wohl überlegter Compliance-Regeln den Schlüssel zur IT-Sicherheit im Unternehmen dar. Der Umgang mit sozialen Netzwerken ist hingegen zumindest laut Umfrage weniger wichtig. Knapp die Hälfte hält es überhaupt für erforderlich, den Beschäftigten Verhaltensregeln für Facebook und Co. an die Hand zu geben.

Stand der Informationen: Dezember 2016