Funktionsfähige und richtig eingestellte Scheinwerfer sind in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig. So können zu hoch ausgerichtete Scheinwerfer den Gegenverkehr blenden, zu niedrig positionierte leuchten die Fahrbahn nicht richtig aus. Die Folge: Die Sicht ist schlechter als nötig. Ein kurzer Check der Fahrzeugbeleuchtung vor Fahrtantritt ist daher ebenso ratsam wie regelmäßiges Reinigen von Scheinwerfern und Rückleuchten.


Schlechte Sicht erhöht Unfallgefahren

Funktioniert eine Glühlampe nicht, muss der defekte Leuchtkörper oder die durchgebrannte Sicherung so schnell wie möglich ausgetauscht werden. Denn wer trotz schlechter Sicht ohne oder mit defektem Licht fährt, gefährdet sich und andere. Das Unfallrisiko steigt. Außerdem kann dem Fahrer des schlecht beleuchteten Fahrzeugs auch bei einem nicht verschuldeten Unfall eine Teilschuld zugesprochen werden. Ebenso kann der Kaskoschutz gefährdet sein.


Einfacher Lampenwechsel mit dem Bordwerkzeug

Das Auswechseln der Glühlampen sollte grundsätzlich kein großes Problem darstellen. Entsprechend einer Regelung der ECE (Economic Commission for Europe) muss dies seit August 2006 mit dem Bordwerkzeug möglich sein. Nach einem Wechsel sollte die korrekte Einstellung der Scheinwerfer am Fahrzeug überprüft und bei Bedarf korrigiert werden. Nur so lässt sich gewährleisten, dass die gewünschten Lichteigenschaften tatsächlich erreicht werden.


Xenon- und LED-Scheinwerfer dürfen nicht in Eigenregie gewechselt werden

Eine Ausnahme bilden Xenon- und LED-Scheinwerfer. „Bei Xenon darf nur die Werkstatt ran. Denn hier leuchtet ein Lichtbogen, der durch Zünden eines Edelgases mit sehr hoher Spannung erzeugt wird. Wegen der damit verbundenen Gefahren, bleibt der Lampenwechsel Selbermachern verwehrt“, sagt Matthias Küchemann, Leiter Kraftfahrtversicherung Vertrag im Geschäftsfeld Industrie bei HDI. Allerdings können Xenon-Lampen ein ganzes Autoleben halten. Gleiches gilt für LED-Rückleuchten und Scheinwerfer. Einzelne LEDs können hier gar nicht ersetzt werden. Bei einem Defekt wird deshalb ein kompletter neuer Scheinwerfer fällig.


Scheinwerfer müssten Signalbild des Fahrzeugs erzeugen können.

Der Gesetzgeber verlangt, dass die Fahrzeugbeleuchtung jederzeit vollständig funktioniert. Dabei geht es nicht nur um die Sicht des Fahrers. Denn neben der Ausleuchtung der Fahrbahn dienen Scheinwerfer und Leuchten dazu, das sogenannte Signalbild des Fahrzeugs zu erzeugen. Matthias Küchemann: „Das heißt, anhand der Fahrzeugleuchten lässt sich auch im Dunkeln erkennen, was für ein Fahrzeug unterwegs ist und z. B. dessen Größe abschätzen.“ Defekte, aber auch unzulässige oder falsch angebrachte Leuchten können dieses Signalbild verändern und damit Fehleinschätzungen anderer Verkehrsteilnehmer verursachen. Bei Polizeikontrollen kann so ein Verwarn- oder ein Bußgeld fällig werden.

Übrigens: Glühlampen bzw. Scheinwerfer, die nicht für den Einsatz auf öffentlichen Straßen zugelassen sind, können zu einem Verlust der Betriebserlaubnis für das Fahrzeug führen. Dann wäre auch der Versicherungsschutz für das Fahrzeug gefährdet. Deshalb empfiehlt der HDI Kraftfahrtexperte: Immer passende Glühlampen für die vorderen und hinteren Einsatzbereiche im Fahrzeug mitführen. Dies gewährleistet auch unterwegs einen zeitnahen Wechsel, damit die erforderliche Sicherheit schnellstmöglich wiederhergestellt ist.

Stand der Informationen: Dezember 2016