Abbiegeassistenten verringern das Risiko tödlicher Lkw-Unfälle

Straßenkreuzungen werden für Fahrradfahrer und Fußgänger immer wieder zur tödlichen Falle. Der Grund: Sie werden von abbiegenden Lkw übersehen. Der Einsatz von Abbiegeassistenten würde die Gefahren deutlich begrenzen. Doch bisher bietet nur Mercedes-Benz ein sensorbasiertes System an. Die Experten von HDI Risk Consulting geben Handlungstipps.

Quelle: Daimler AG

Tödlicher Unfall an einer Straßenkreuzung. Ein Lkw-Fahrer will an einer grünen Ampel rechts in eine Straße abbiegen. Zeitgleich fährt ein Kind auf dem dort verlaufenden Radweg mit seinem Fahrrad und will dieselbe Straße – ebenfalls bei grün – überqueren. Der Lkw-Fahrer sieht den Jungen nicht und überrollt ihn mit seinem Fahrzeug.

Solche schrecklichen Unfälle passieren immer wieder – wie aktuelle Daten bestätigen. In Deutschland ereigneten sich 2017

laut Statistischem Bundesamt 3.100 Unfälle von Güterkraftfahrzeugen, also insbesondere Lkw, mit Fahrrädern. Dabei starben 76 Fahrradfahrer. Die Hälfte davon bei einem Abbiege-Unfall.


Abbiegeassistenten könnten jeden zweiten tödlichen Unfall verhindern

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht davon aus, dass rund die Hälfte aller Unfälle zwischen Lkw auf der einen sowie Fußgängern und Radfahrern auf der anderen Seite durch den Einsatz solcher Systeme verhindert werden könnten. Die Bundesregierung hat kürzlich die „Aktion Abbiegeassistent“ ins Leben gerufen. Auf diese Weise sollen Unternehmen zum Einbau solcher Systeme motiviert werden.


HDI empfiehlt, sensorbasiertes System einzusetzen

Auch die Kraftfahrtexperten von HDI Risk Consulting sind von dem Nutzen des Abbiegeassistenten überzeugt. „Wir empfehlen im Rahmen unserer Kundengespräche mit Flottenmanagern den Einsatz des sensorbasierten Systems", sagt Matthias Rumpf auch mit Blick auf gute Erfahrungen bei selbst durchgeführten Fahrertrainings. Einziges Manko: Diese Version des Abbiegeassistenten lässt sich bislang nur für Neufahrzeuge der Mercedes-Benz-Modelle „ACTROS" und „ANTOS" bestellen. Bei anderen Fahrzeugmodellen empfiehlt der Kfz-Experte daher, ein kamerabasiertes System einzusetzen. Sie sind in der Regel auch als Nachrüstlösung erhältlich. Rumpf: „Der Fahrer muss dann zwar einen weiteren Monitor im Blick haben, aber es geht um einen besseren Schutz für Fußgänger und Radfahrer und natürlich auch der Lkw-Fahrer."

Stand der Informationen: August 2018