Vielerorts ist es längst geschehen: Seit über drei Jahren arbeitet die Deutsche Telekom daran, die Netzinfrastruktur im gesamten Bundesgebiet zu modernisieren. Nach letzten Angaben der Gesellschaft soll dieser Prozess nun Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Worum geht es? Die Techniker legen die bislang getrennten Basisnetze (sogenannte Backbones) für Telefonie und Internetdienste zu einer einheitlichen Netzstruktur zusammen, die ausschließlich auf Internetprotokollen (IP) basiert. Dies beinhaltet auch, die Anschlüsse der Endverbraucher auf sogenannte All-IP- oder Next-Generation-Network (NGN)- Anschlüsse umzustellen. Das bisherige Telefonnetz wird dann abgeschaltet.

 


Betriebliche Sicherheitskette wird unterbrochen

Diese Netzumstellung führt dazu, dass Brand- und Einbruchmeldeanlagen, die Alarmmeldungen analog oder via ISDN (Integrated Services Digital Network) übertragen, nicht mehr einwandfrei funktionieren. Sie müssen daher auf die neue Technik umgerüstet werden. „In vielen Unternehmen ist das zwar geschehen", sagt Maximilian Schwarze, betont aber: „Gerade bei Betrieben, die über keinen Wartungsvertrag für ihre Anlagen verfügen, besteht oftmals noch Handlungsbedarf." Der Senior Risk Engineer von HDI Risk Consulting (HRC) verweist auf mögliche Folgen: „Passen die Schnittstellen nicht zusammen, wird die betriebliche Sicherheitskette unterbrochen." Bei einem Brand oder Einbruch würde die Meldeanlage keinen Alarm übertragen, sodass die Feuerwehr oder Sicherheitskräfte nicht informiert werden könnten. In den Unternehmen entstünde so eine erhebliche Sicherheitslücke. Zudem ist es wichtig, dass die Alarmmeldungen stets auf mehreren Wegen übertragen werden, zum Beispiel drahtgebunden über das IP-Netz und drahtlos über das Mobilfunknetz.


Kontakt mit Anbietern von Meldeanlagen aufnehmen

Was können Unternehmen tun, die sich unsicher sind, ob ihre sicherheitstechnischen Einrichtungen voll funktionsfähig sind? „Wir empfehlen den Unternehmen, zeitnah mit dem Errichter der eingesetzten Meldeanlagen Kontakt aufzunehmen", sagt Maximilian Schwarze. Der Dienstleister überprüft, ob die Alarmübertragungstechnik den Richtlinien entspricht und rüstet sie bei Bedarf um. Nur so ist aus risiko- und versicherungstechnischer Sicht ein vollständiger Schutz gewährleistet.


Stand der Informationen: April 2018